Gendermainstreaming
«Gendermainstreaming» wird seit den 1990er Jahren als Strategie propagiert, um die strukturellen Ursachen der Frauendiskriminierung zu beseitigen. Es hat sich gezeigt, dass alle Bemühungen zur Gleichstellung der Frau nur bedingt Wirkungen zeitigen, solange die Sensibilierung für die Geschlechterproblematik einseitig nur bei den Frauen ansetzt.
Das Augenmerk muss auf die Auswirkungen aller rechtlichen und tatsächlichen Massnahmen auf beide Geschlechter gerichtet werden. Gefordert ist, dass geschlechtsspezifische Folgen auch in denjenigen Bereichen überprüft werden müssen, welche herkömmlicherweise von Männern besetzt sind (z.B. Militär und Sicherheitsfragen).
Die Vereinten Nationen haben im Anschluss an die Menschenrechtskonferenz in Wien 1993 und die 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Beijing verschiedene Schritte unternommen, um der Marginalisierung der Frauenfrage entgegenzuwirken und innerhalb ihrer Organisation und aller ihrer Sonderoganisationen eine umfassende Sensibilierung für geschlechtsspezifische Fragen zu erreichen. Grundsätzlich wird bei allen Aktivitäten eine systematische Überprüfung und Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Bedingungen und Bedürfnisse verlangt. Frauen und Männer sollen in allen Bereichen und in allen Stadien der Planung, Entwicklung, Durchführung, Verwaltung und Evaluierung von Massnahmen zur Sicherung der Menschenrechte miteinbezogen werden. Sowohl die UNO, wie auch der Europarat und die EU haben Berichte zum Gendermainstreaming verfasst sowie Instrumente erarbeitet, welche die Staaten zur Einführung von Gendermainstreaming-Strategien auffordern und anleiten.
UNO
- Mainstreaming a gender perspective into all policies and programmes
Economic and Social Council Resolution 2002/23
- Gender Mainstreaming: Strategy for Promoting Gender Equality
Office of the Special Advisor on Gender Issues, rev. August 2001, pdf, 2 S.
- Good Practices in Gendermainstreaming and Implementing the Beijing Platform for Action
Good Practices Database der UNO
Europarat
Siehe die Liste der einschlägigen Dokumente (Unterrubrik «Gender mainstreaming»)
Europäische Union
- Gendermainstreaming
Integrating equality between women and men into all Community policies and activities
Schweiz
Obwohl sowohl die UNO als auch der Europarat die Mitgliedstaaten aufgefordert haben, Gender-Mainstreamings-Programme einzuführen, gibt es in der Schweiz bis heute keine verbindlichen Gender-Mainstreaming-Strategien. Auf der Website des Eidg. Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann finden sich Hinweise und Dokumente zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung. Siehe mehr dazu auch auf der Themenseite «Gender Mainstreaming» des Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Zürich.
Update: 10.06.2010


