UNO: Global Compact
Der Global Compact geht auf eine Initiative von UNO-Generalsekretär Kofi Annan aus dem Jahre 1999 zurück. Das Ziel ist, das Verhalten von grossen, multinationalen Unternehmen zu beeinflussen – und zwar im Sinne der Förderung einer menschenrechtlich, sozial und ökologisch verantwortlichen Geschäftsführung. Die Unternehmen und Institutionen, welche beim Global Compact mitmachen, halten sich freiwillig an zehn grobe Richtlinien – beispielsweise verpflichteten sie sich, keine Kinder anzustellen, die Menschenrechte zu respektieren, die Entwicklung und Verbreitung von umweltfreundlichen Technologien zu fördern oder die Korruption zu bekämpfen.
Dem Global Compact-Büro in New York stehen diverse Instrumente zur Verfügung, um seine Ziele zu verfolgen: So etwa nationale und regionale Global Compact-Büros, Lern-Foren (Learning Forum) sowie die Policy-Dialogues, in denen die nationalen Netzwerke unterstützt und angehalten werden, Projekte zu entwickeln (mit Entwicklungsländern) oder spezifische Probleme zu behandeln (OECD-Länder).
Bei den Nichtregierungsorganisationen ist der Global Compact umstritten, gerade weil er auf Freiwilligkeit beruht, die Richtlinien nur sehr grob gehalten sind und weil es keinen Mechanismus gibt, um deren Einhaltung zu überprüfen.
Die 10 Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen
Unternehmen und sonstige private Institutionen, die dem Global Compact beitreten, verpflichten sich zur Umsetzung folgender Ziele und Werte im Rahmen ihrer Unternehmenspolitik:
Menschenrechte
1. Die Wirtschaft sollte den Schutz der international verkündeten Menschenrechte unterstützen und achten und
2. sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen beteiligt.
Arbeitsbedingungen
3. Die Wirtschaft sollte die Vereinigungs- und Tariffreiheit wahren sowie ferner für
4. die Beseitigung aller Formen der Zwangs- oder Pflichtarbeit,
5. die tatsächliche Abschaffung der Kinderarbeit und
6. die Beseitigung der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf eintreten.
Umwelt
7. Die Wirtschaft sollte umsichtig mit ökologischen Herausforderungen umgehen,
8. Initiativen zur Förderung eines verantwortlicheren Umgangs mit der Umwelt durchführen und
9. sich für die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologie einsetzen.
Kampf geegen Korruption
10. Die Wirtschaft soll die Korruption in all ihren Formen bekämpfen, inklusive Erpressung und Bestechung.
Weitere Informationen
Bis heute unterschrieben weltweit rund 5’200 Firmen und 1'500 andere Akteure den Global Compact, darunter grosse Schweizer Unternehmen (u.a. ABB, Novartis, CS, UBS). Die offizielle Schweiz ist beim Global Compact auf mehreren Ebenen aktiv: Sie half zwischen mit, das Büro in New York zu finanzieren und bezahlt dort auch einen Schweizer Spezialisten für Global Compact-Netzwerke. Ausserdem unterstützt die Politische Abteilung IV des EDA die Initiative mit vielfältigen Vernetzungsaktivitäten.
- UNO-Website zum Global Compact
- Globaler Pakt, Wirtschaftswelt und die Vereinten Nationen
Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, (pdf, 6 S.).
Kritik am Global Compact
- Die Multis als soziale und ökologische Avantgarde?
Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke, Nov. 2002 (pdf, 8 S.) - Kritik am Global Compact
Erklärung von Bern (EvB), 2003
Update: 07.09.2010


