Monitoring- und Kontrollmechanismen
Die Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz von Mechanismen der Beobachtung und Überprüfung gehören zu den wichtigsten offenen Fragen im Spannungsfeld von transnationalen Unternehmen und Menschenrechten. Bis jetzt gibt es zwar eine Vielfalt an Normen zur Regulierung von Wirtschaftsunternehmen; doch anerkannte Monitoring- oder gar Sanktionssysteme sind die Ausnahme. Menschenrechtliche Normen haben aber nur eine praktische Bedeutung, wenn sich Unternehmen auch entsprechenden Überprüfungsverfahren unterziehen.
Ein exemplarischer Mechanismus: Der Kimberley-Prozess und die Blutdiamanten
Der Kimberley-Prozess bietet einen interessanten Mechanismus für den Herkunftsnachweis von Diamanten. Noch in den Neunzigerjahren war der Anteil von sog. «Blutdiamanten» im gesamten Diamantenhandel beträchtlich. «Blutdiamanten» werden unter unkontrollierten Arbeitsbedingungen gewonnen und dienen oft dazu, Bürgerkriege und kriminelle Aktivitäten zu finanzieren.
Der Kimberley-Prozess umfasst 48 Staaten sowie Akteure des Diamantenhandels und der Verarbeitung und Organisationen der Zivilgesellschaft. Er besteht aus einem Zertifizierungssystem, das es erlaubt, den Weg eines Diamanten von der Gewinnung über alle Stadien des Handels und der Produktion zu verfolgen. Die beteiligten Staaten und Unternehmen haben eingewilligt, die Einhaltung der Regeln von einer Expertenkommission vor Ort überprüfen zu lassen. Die Diamantenindustrie schätzt, dass der Anteil an «Blutdiamanten» am Welthandel von ca. 15% auf ca. 1% gesenkt werden konnte. Allerdings ist auch der Kimberley-Prozess vor neuen Schwierigkeiten nicht gefeit. Im Jahre 2009 gab es namentlich ernsthafte Probleme in der Zusammenarbeit mit Zimbabwe.
- Kimberley Process - offizielle Website
- Blood Diamonds - wie Diamanten Kriege finanzieren
Artikel auf humanrights.ch vom Juni 2009
Update: 02.04.2012


