Update: 29.01.2013

ILO-Bericht zur Lage der Hausangestellten in der Welt

Die ILO hat im Januar 2013 einen ersten umfassenden Bericht zur Situation von Hausangestellten in den Ländern der Welt veröffentlicht. Gestützt auf offizielle statistische Angaben von über hundert Ländern wird darin eine Lagebeurteilung abgegeben, anhand derer zukünftige Verbesserungen gemessen und beurteilt werden müssen. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass für 2010 – vorsichtig geschätzt – von 52,6 Millionen Hausangestellten weltweit ausgegangen werden kann (1995 ging man von 33.2 Millionen aus).

Unter Hausangestellten versteht die ILO-Konvention Personen, die im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses hauswirtschaftliche Arbeit verrichten. Nicht enthalten sind in dieser Zahl Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, die als Hausangestellte arbeiten. Hier gehen die Schätzungen von 7.4 Millionen Kindern aus.

Mehrheit der Hausangestellten sind Frauen

Über 80 Prozent aller Hausangestellten sind weiblichen Geschlechts, ein grosser Teil davon sind Migrantinnen. Weltweit arbeiten 3,5 % aller erwerbstätigen Frauen in diesen Jobs. In einigen Weltregionen sind es bedeutend mehr: Im Nahen Osten zum Beispiel sind es 20 %.

Hausangestellte erhalten vergleichsweise sehr wenig Lohn, ihre Arbeitszeiten sind lang, sie haben kaum garantierte Ruhe- und Freizeit und sie sind oft physischer, psychischer und sexueller Ausbeutung ausgesetzt oder werden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Nationale Regelungen fehlen oder sind mangelhaft und häufig - so der Bericht - ist ihre Behandlung geprägt von Geschlechterdiskriminierung, rassistischer Diskriminierung und Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gesellschaftsschicht oder Kaste.

ILO-Konvention über die Rechte von Hausangestellten tritt in Kraft

Im September 2013 wird die ILO-Konvention 189 über die Rechte von Hausangestellten vom 16. Juni 2012 in Kraft treten. 4 Länder haben die Konvention bis jetzt ratifiziert: Uruguay, Philippinen, Mauritius und Italien (Stand: 27. Januar 2013, aktueller Stand). Mit der Ratifizierung verpflichten sich die Staaten, die rechtliche Lage der Hausangestellte zu verbessern, sie vor Missbrauch, Belästigung und Gewalt zu schützen und sicher zu stellen, dass sie in den Genuss derselben Arbeitsbedingungen kommen wie Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen allgemein.

Die Staaten sind gehalten, die Konvention innerhalb eines Jahres dem Parlament vorzulegen um Massnahmen zu deren Umsetzung und allfälligen Ratifizierung zu diskutieren (Art. 19 Abs. 5 ILO-Verfassung). Die Schweiz ist dem Vernehmen nach daran, einen entsprechenden Bericht zu verfassen.

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