«Der Kampf gegen sexuelle Belästigung und die Grundsätze unseres Rechtsstaates»

Aktionswoche 2021: Universität Bern


5. Mai 2021, 12:15 Uhr bis 13:15 Uhr
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Sexuelle Belästigung ist ein Übel, das bekämpft werden muss und der Schutz vor sexueller Belästigung ist eine Aufgabe, die man ernst nehmen muss. Dies darf aber nicht zu Lasten von grundlegenden und freiheitsschützenden Prinzipien unseres Rechtsstaates gehen. In diesem Referat werden aktuelle Entwicklungen im Kampf gegen sexuelle Belästigung analysiert und kritisch gewürdigt. Man kann deutliche Tendenzen hin zu Formen der Paralleljustiz und der Geheimjustiz erkennen, in denen die Rechte der beteiligten Personen flexibel und manipulierbar werden. Fundamentale Grundsätze der Gewaltentrennung, der «checks and balances» und der Beweislast werden aus Gründen der Effizienz umgedeutet, postmodern «verflüssigt» oder vollständig aufgegeben. Fairness und Gerechtigkeit bleiben auf der Strecke. Wenn aber der Kampf gegen sexuelle Belästigung zunehmend den Ruf hat, nichts mehr mit Fairness und Gerechtigkeit zu tun zu haben und vielmehr mit Willkür und Eigenmacht assoziiert wird, schadet das dem berechtigten Vorhaben. 

Mit Prof. Dr. Martino Mona, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie, Institut für Strafrecht und Kriminologie, Universität Bern

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