Update: 27.08.2018

Ein Internetportal beleuchtet die Errungenschaften der Europäischen Menschenrechtskonvention

Der Europarat hat ein Webportal eingerichtet, um die praktische Wirksamkeit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) in Europa besser sichtbar zu machen. Anhand diverser Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Strassburg (EGMR) werden die Auswirkungen der EMRK auf das alltägliche Leben anhand von Beispielen dokumentiert. Der Europarat will daran erinnern, dass die Menschenrechtskonvention nicht weniger als 830 Millionen Menschen schützt und ihr Leben in manchen Belangen verändert hat.

Ein menschliches Gesicht

Die Website gibt den Kämpfen, die in Straßburg um die Einhaltung der EMRK geführt und gewonnen wurden, ein menschliches Gesicht. Bereits auf der Einstiegsseite wird einer der dokumentierten Einzelfälle mit einem Foto des Beschwerdeführers oder der Beschwerdeführerin illustriert, zusammen mit einer kurzen Beschreibung wie: «Ein Senator, der wegen Kritik an der Regierung ins Gefängnis geworfen wurde, gewann seinen Fall vor dem Europäischen Gerichtshof, was zu einem besseren Schutz der Meinungsfreiheit in Spanien führte» oder «Der Kampf eines Iren zur Legalisierung der Homosexualität in seinem Land». Wer mehr erfahren will, kann mit einem Klick die individuellen Geschichten entdecken, welche die Vertragsstaaten in Sachen Menschenrechten entscheidend vorangebracht haben. Für jedes Urteil werden die Fallgeschichte, das Urteil und die Auswirkungen des Urteils im betreffenden Staat kurz dargestellt.

Wie funktioniert’s?

Die Website, welche zurzeit auf Französisch, Englisch und in reduzierter Form auf Türkisch und Russisch verfügbar ist, bietet attraktive Suchmöglichkeiten. Den Besuchern/-innen steht auf der Startseite eine Europakarte mit Direktlinks zu allen Mitgliedssaaten des Europarats zur Verfügung. Pro Staat sind drei ausgewählte relevante EGMR-Urteile dokumentiert sowie nützliche Übersichten zum betreffenden Staat.

Für die thematische Suche stehen 12 Symbole zur Verfügung, welche auf grundlegende Themen der EMRK wie Gleichheit, Familie, Meinungsfreiheit oder das Recht auf Leben verweisen. Per Mausklick gelangt der Besucher zu einer kurzen Einführung und einer Liste der zum Thema passenden ausgewählten Urteile des EGMR, welche jeweils mit einem Foto, Hintergrundinformationen und der Rechtsprechung anschaulich dargestellt sind. Am Ende jeder thematischen Seite befindet sich außerdem eine Reihe nützlicher Links mit weiterführenden Informationen.

Warum diese Informationen?

Alle 47 Mitgliedsstaaten des Europarates, darunter die Schweiz, haben die EMRK unterzeichnet, um ihre Geltung sicherzustellen und damit die Menschenrechte und Grundfreiheiten in Europa zu schützen. Während innerstaatlich die Regierungen, die Parlamente und letztlich die Gerichte bei der Durchsetzung dieser Rechte an vorderster Front stehen, interveniert der EGMR als letzte Instanz im Falle einer Individualbeschwerde gegen einen Vertragsstaat (siehe unser Dossier zum EGMR). So bildet die EMRK ein unabdingbares Sicherheitsnetz zum Schutz der Menschenrechte in Europa.

Der Gerichtshof in Strassburg ist in der Schweiz und diversen anderen Ländern stark unter Druck geraten. Das digitale Portal ermöglich es Politikern/-innen, Journalisten/-innen, Lehrpersonen und anderen wichtigen Akteuren, die tiefgreifenden Auswirkungen der Urteile des EGMR auf die Gesetzgebung und Politik der Vertragsstaaten zu kennenzulernen und zu würdigen.
Für weitere Informationen besuchen Sie das Portal:

© humanrights.ch / MERS - Hallerstr. 23 - CH-3012 Bern - Tel. +41 31 302 01 61