Update: 25.01.2007

Blood Diamond - wie Diamanten Kriege finanzieren

Ende Januar 2007 kommt der Film «Blood Diamond» in unsere Kinos. Er spielt in Sierra Leone während des Bürgerkriegs in den 90er Jahren. Der Handel mit den Edelsteinen finanzierte den Krieg in Sierra Leone, bei dem auch eine grosse Zahl von Kindersoldaten eingesetzt wurden.

Schon seit Jahren setzen sich Menschenrechtsorganisationen dafür ein, dass keine sogenannten Konfliktdiamanten mehr in den Handel gelangen und durch sie Kriege finanziert werden. Gehandelt werden die Diamanten von Truppen, die reguläre Regierungen bekämpfen. Der Fall war dies in der Vergangenheit in Angola und Sierra Leone und heute noch in der Demokratischen Republik Kongo. Abgebaut werden sie meist unter horrenden Bedingungen, bei denen Kinderarbeit verbreitet ist und es regelmässig zu schweren Menschenrechtsverletzungen kommt. 

Kimberley Prozess

Die «Kampagne Fatal Transactions», die von medico international und weiteren europäischen Organisationen 1999 gegründet wurde, war mit ein Anstoss dafür, dass im Dezember 2000 die UNO-Generalversammlung einstimmig eine Resolution verabschiedete, in der sie den direkten Zusammenhang zwischen dem illegalen Handel mit Rohdiamanten und den blutigen Konflikten in Afrika aufzeigte. Im selben Jahr wurde der «Kimberley-Prozess» initiiert, der im Januar 2003 in Kraft trat. Der «Kimberley-Prozess» ist ein Zertifizierungssystem aller am Diamantenhandel beteiligten Produktions-, Handels- und Konsumentenländer. 

Konsumenten gefragt

Amnesty International, die sich seit Jahren in diesem Bereich engagiert, hat bei einer Umfrage 2004 festgestellt, dass die freiwilligen Kontrollen zu schwach sind, um den Handel mit Konfliktdiamanten zu unterbinden. Eine verschwindend kleine Gruppe der Schmuckhändler setzt sich mit dieser Thematik auseinander. Deshalb seien insbesondere auch die Konsument/-innen gefragt: «Sie haben es in der Hand, beim Kauf von Schmuckstücken auf «saubere» Steine zu achten», so Amnesty Schweiz. 

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