Update: 22.03.2007

Internationale Konvention für Recht auf Wasser gefordert

Am diesjährigen UNO-Wassertag wurde von Alliance Sud, einer Koalition von Schweizer Entwicklungsorganisationen, anlässlich einer Tagung gefordert, eine Internationale Konvention zum Schutz von Wasser als weltweites Gut zu verfassen. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser soll als internationales Grundrecht festgeschrieben werden.

«Mit einer internationalen Wasser-Konvention hätten die Menschen in den einzelnen Ländern ein Instrument in der Hand, um auf nationaler und lokaler Ebene ihr Recht auf Wasser einzufordern», sagte Rosmarie Bär, die bei Alliance Sud für den Arbeitskreis Wasser zuständig ist.

Nicht alle Referierenden setzten jedoch die Priorität auf eine neue Konvention. So betonte Jürg Gerber vom World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) die vorrangige Bedeutung eines pragmatischen Vorgehens, während Wolfgang Amadeus Brülhart vom EDA als offizielle Schweizer Position die Auffassung vertrat, das Menschenrecht auf Wasser sei rechtlich bereits ausreichend verankert; es gehe nun primär darum, dieses Recht in unterschiedlichen Kontexten und wo sinnvoll in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft umzusetzen. Gegen letzteres haben Maude Barlow, Mitbegründerin des «Blue Planet Projects», und Rodrigo Gutiérrez Rivas, Mitglied des Netzwerks Espacio DESC der mexikanischen NGOs für das Recht auf Wasser (COMDA), vehement Einspruch erhoben. Präzise und hilfreiche Ausführungen zum aktuellen Stand der Diskussionen um das Recht auf Wasser im Rahmen der UNO hat Martin Huth vom deutschen Auswärtigen Amt beigetragen.

Auftrag des UNO-Menschenrechtsrats 

Der Menschenrechtsrat hat im November 2006 entschieden, das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte zu beauftragen, eine Studie zur Frage der Menschenrechtsverpflichtungen in Bezug auf Zugang zu sauberem Trinkwasser zu erstellen. Diese Studie soll an der sechsten Sitzung des Menschenrechtsrats behandelt werden.

Beispiel für konkrete Umsetzung 

Die Entwicklungsorganisation Helvetas führte auch dieses Jahr wieder die Aktion PourBoire in der ganzen Schweiz durch. Zusätzliches Trinkgeld von Restaurant- und Barbesucherinnen und Besucher wird für Brunnenbauprojekte in Mozambique benutzt. Die Brunnen werden gebaut, in Stand gehalten und die Bevölkerung in Hygiene ausgebildet. Die Aktion dauerte vom 22. März bis zum 29. März 2007. In 100 Gastrobetrieben wurde 26'500 Franken gesammelt, womit Helvetas im Norden von Mosambique für 11'000 Menschen Trinkwasserbrunnen bauen oder instand stellen kann.

Weitere Informationen zum Thema

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