Update: 12.04.2007

Yogyakarta-Prinzipien zu sexueller Orientierung und Menschenrechten

Am 26. März 2007 wurden in Yogyakarta (Indonesien) von international anerkannten Menschenrechtsexpert/-innen die sogenannten «Yogyakarta Principles» verabschiedet. In den im November 2006 in Indonesien ausgearbeiteten Prinzipien sind die international geltenden Menschenrechte in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität angewendet worden. Sie sind in dem Sinne einmalig, als zum ersten Mal Menschenrechte konkret darauf untersucht wurden, wie sie unter dem Gesichtspunkt der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität angewendet werden müssen. Jeder Grundsatz enthält detaillierte Anregungen zur rechtlichen Umsetzung für einen verbesserten Schutz von Homosexuellen. Das wichtigste Anliegen dieses Richtlinienkatalogs ist die Bekämpfung von Gewalt und strafrechtlicher Verfolgung von Homo- und Transsexualität.

Schwere Menschenrechtsverletzungen 

In vielen Ländern geschehen immer noch Menschenrechtsverletzungen auf Grund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität: Folter, sexuelle Gewalt, Eingriffe in das Privatleben, willkürliche Verhaftungen und schwerwiegende Diskriminierung in allen Lebensbereichen bis hin zur Todesstrafe. Auch in der Schweiz kommt es immer wieder zu Übergriffen und Diskriminierungen gegen Homo- und Transsexuelle. Mit den Yogyakarta-Prinzipien reagieren die Experten/-innen auf diese vielfältigen Menschen- und Grundrechtsverletzungen gegenüber Lesben und Schwulen. Sie zeigen die ganze Spannbreite von Rechten, die Lesben und Schwulen zustehen. 

UNO anerkennt Schutzpflicht

Bereits 2002 wurde in der damaligen UNO-Menschrechtskommission das Thema der sexuellen Orientierung thematisiert. Am 1. Dezember 2006 forderte Norwegen in einem Statement an den UNO-Menschenrechtsrat, mit Unterstützung von insgesamt 54 Ländern, dass sich die UNO mit dem Thema Menschenrechtsverletzungen aufgrund von sexueller Identität auseinandersetzt und entsprechende Gremien schafft, um den Menschenrechtsschutz für diese Personengruppe zu garantieren. Mit den Yogyakarta-Prinzipien wurde eine Grundlage geschaffen, um die Diskussion zu diesem Thema fortzuführen.  

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