Update: 15.05.2015

ILO-Konventionen 

Die Prinzipien Vereinigungsfreiheit, Verbot der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit und des Verbotes der Diskriminierung sind in den Kernarbeitskonventionen festgehalten, welche aus acht fundamentalen ILO-Übereinkommen bestehen. Alle 183 ILO-Mitgliedstaaten sind gemäss der  ILO-Erklärung völkerrechtlich an die acht Übereinkommen gebunden, selbst wenn sie sie nicht ratifiziert haben. 

Die acht Kernarbeitskonventionen

  • Übereinkommen Nr. 182 vom 17. Juni 1999 über das Verbot und unverzügliche Massnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit
    Verbot von Sklaverei- und Zwangsarbeit von Kindern, Kinderprostitution, den Einsatz von Kindern für illegale Handlungen wie den Drogenhandel, gefährliche Arbeiten und die zwangsweise Rekrutierung von Kindern für militärische Zwecke. Schutzalter: 18 Jahre. (179 Ratifizierungen am 15.5.2015; Stand)
  • Übereinkommen Nr. 138 vom 26. Juni 1973 über das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung
    Zielt auf die Abschaffung von Kinderarbeit ab. Mindestalter für die Zulassung von Kindern zur Arbeit darf nicht unter dem Alter, in dem die Schulpflicht endet, und nicht unter 15 Jahren liegen. Entwicklungsländer können anfangs ein Mindestalter bei 14 Jahren festlegen. Das Mindestalter für die Zulassung zu einer Beschäftigung, die voraussichtlich für das Leben, die Gesundheit oder die Sittlichkeit der Jugendlichen gefährlich ist, darf nicht unter 18 Jahren - bzw. unter bestimmten Voraussetzungen nicht unter 16 Jahren - liegen. Leichte Arbeiten sind erlaubt zwischen 13 und 15 Jahren. Alle Wirtschaftsbereiche werden abgedeckt. (167 Ratifizierungen am 15.5.2015; Stand)
  • Übereinkommen Nr. 111 vom 25. Juni 1958 über die Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
    Verpflichtet ratifizierende Staaten, die Chancengleichheit und Gleichbehandlung mit einer innerstaatlichen Politik zu fördern. Diskriminierung wird definiert als jede Unterscheidung, Ausschliessung oder Bevorzugung wegen Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, politischer Meinung, nationaler oder sozialer Herkunft, welche die Chancengleichheit oder Gleichbehandlung in der Beschäftigung inkl. Anstellungsbedingungen und Ausbildung beeinträchtigt. (172 Ratifizierungen am 15.5.2015; Stand)
  • Übereinkommen Nr. 105 vom 25. Juni 1957 über die Abschaffung der Zwangsarbeit
    Verbot der Verwendung von Zwangs- oder Pflichtarbeit in jeder Form für bestimmte Zwecke: i) als Mittel politischen Zwangs, politischer Erziehung oder als Strafe gegenüber Personen wegen derer politischen Ansichten, Meinungsäusserungen oder ideologischen Gegnerschaft gegen die bestehende politische, soziale oder wirtschaftliche Ordnung; ii) als Methode der Rekrutierung und Verwendung von Arbeitskräften für die wirtschaftliche Entwicklung; iii) als Massnahme der Arbeitsdisziplin; iv) als Strafe für die Teilnahme an Streiks; v) als Massnahme rassistischer, sozialer, nationaler oder religiöser Diskriminierung. (174 Ratifizierungen am 15.5.2015; Stand)
  • Übereinkommen Nr. 100 vom 29. Juni 1951 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit
    Ratifizierende Staaten haben den Grundsatz der Gleichheit des Entschädigung für Männer und Frauen für gleichwertige Arbeit zu fördern und wenn möglich sicherzustellen. (171 Ratifizierungen am 15.5.2015; Stand)
  • Übereinkommen Nr. 98 vom 1. Juli 1949 über die Anwendung der Grundsätze des Vereinigungsrechtes und des Rechtes zu Kollektivverhandlungen
    Schützt das Vereinigungsrecht für Arbeitnehmende, insbesondere auch gegenüber der Weigerung von Arbeitgebenden, Arbeitnehmer/innen wegen Gewerkschaftszugehörigkeit zu beschäftigen. Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen sind gegen jede Einmischung von der anderen Seite zu schützen. Die Staaten werden schliesslich verpflichtet, freiwillige Kollektivverhandlungen über Lohn- und Arbeitsbedingungen zu fördern. (164 Ratifizierungen am 15.5.2015; Stand)
  • Übereinkommen Nr. 87 vom 9. Juli 1948 über die Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Vereinigungsrecht
    Garantiert den Arbeitgebern/-innen und Arbeitnehmern/-innen (ohne Heer und Polizei) das Recht, zum Schutz und zur Förderung ihrer Interessen Organisationen eigener Wahl zu bilden, diesen beizutreten und die Vertreter/innen frei zu wählen. Bildung von Zentralverbänden und Angliederung an internationale Verbände sind ebenfalls geschützt. Die Behörden haben sich jeglicher Eingriffe zu enthalten. Das Streikrecht wird geschützt, auch für den Grossteil der Beamten. (153 Ratifizierungen am 15.5.2015; Stand)
  • Übereinkommen Nr. 29 vom 27. Juni 1930 über Zwangs- und Pflichtarbeit
    Aufhebung von Zwangsarbeit und Pflichtarbeit, deren unberechtigte Auferlegung unter Strafe zu stellen ist. Gewisse Bedingungen vorbehalten, gilt das Verbot für folgende fünf Kategorien von Arbeit nicht: Militärdienstpflicht, bestimmte Bürgerpflichten, Gefangenenarbeit unter staatlicher Aufsicht und gegen Entgelt, Arbeit in Fällen höherer Gewalt und kleinere Gemeindearbeiten. (177 Ratifizierungen am 15.5.2015; Stand)

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