Sandy Sextus gegen Trinidad und Tobago 

Menschenrechtswidrigen Haftbedingungen und Missachtung von Verfahrensrechten (Art. 9, Art. 10 und Art. 14, Pakt II)

Communication No 818/1998 : Trinidad and Tobago. 01/08/2001

Sandy Sextus wurde im Jahre 1988 wegen Verdachts der Ermordung seiner Schwiegermutter festgenommen. Erst nach über 22 Monaten wurde der Beschwerdeführer erstmals einem Richter vorgeführt und zum Tode verurteilt. Weitere 55 Monate verstrichen bis zur Ablehnung der Berufung gegen dieses Urteil. 1997 wurde schliesslich das Todesurteil in eine Haftstrafe von 75 Jahren umgewandelt. Während des gesamten Verfahrens wurde der Beschwerdeführer unter Haftbedingungen festgehalten, die jeder Beschreibung spotten. So musste er mit sieben bis zwölf anderen Häftlingen eine Zelle von knapp fünf Quadratmetern ohne jegliche sanitärische Einrichtung teilen. Der Ausschuss beurteilte diese Umstände als Verletzung der Artikel 9 (Recht einer festgenommenen Person auf unmittelbare Vorführung vor einen Richter), 10 (Recht Inhaftierter auf menschenwürdige Behandlung) und 14 Pakt II (Verfahrensgarantien).

18.10.2016