Wilson gegen die Philippinen

Unzumutbare Haftbedingungen, Folter und unmenschliche Behandlung (Art. 7 und Art. 10, Pakt II)

Communication No 868/1999 : Philippines. 11/11/2003

Der Beschwerdeführer, ein britischer Staatsangehöriger, wurde in den Philippinen wegen angeblicher Vergewaltigung seiner Stieftochter verhaftet und unter unzumutbaren Bedingungen festgehalten. Zwei Jahre nach seiner Festnahme verurteilte ihn ein Gericht zum Tod und zur Zahlung einer Entschädigungsleistung. Anschliessend gelangte er in den Todestrakt, wo er zusammen mit Tausenden von Todeskandidaten in drei Schlafsälen untergebracht war und Opfer von Misshandlungen durch Mithäftlinge wurde. Ein weiteres Jahr später hob ein Berufungsgericht die Verurteilung mangels Beweisen auf und der Beschwerdeführer wurde entlassen. Das Land konnte er jedoch erst verlassen, nachdem er eine hohe Busse wegen Überschreitung seines Touristenvisums bezahlt hatte. Der Ausschuss stufte diesen Sachverhalt als Verletzung des Verbots der Folter und unmenschlichen Behandlung (Art. 7) sowie des Rechts auf menschenwürdige Haftbedingungen (Art. 10) ein.

07.09.2017