Update: 11.09.2018

Gesichter und Geschichten zu Schweizer EGMR-Fällen - ein Buch und eine Wanderausstellung

Zwei laufende Projekte zeigen anschaulich die Geschichten von Menschen aus der Schweiz, welche an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gelangt sind. Die Rechtsfälle werden in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld dargestellt. Motivationen von Beschwerdeführenden, das erlittene Unrecht und die Genugtuung über das erkämpfte Recht werden auch in ihrer existenziellen Dimension nachvollziehbar.

Beide Projekte betreiben vorbildliche Aufklärung über die Wirkungsweise des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Sie geben Einblick in eine Welt, zu der normalerweise fast nur Expertinnen und Experten einen Zugang haben.

Recherchierte Hintergrundgeschichten - nun als Buch

Zum einen hat die Wochenzeitung WoZ seit dem April 2017 eine Serie «Frau Huber geht nach Strassburg» publiziert. Jeder Artikel behandelt einen ausgewählten Schweizer Fall vor dem EGMR ausführlich. Die Geschichten von involvierten Personen werden erzählt, und die Bedeutung des jeweiligen Rechtsfalls für die schweizerische Rechtsentwicklung aufgezeigt.

Nun wird die Artikelserie - ergänzt um Beiträge von Menschenrechtsaktivisten/-innen und juristischen Fachpersonen - in Buchform veröffentlicht, und zwar im Hinblick auf die Volksabstimmung über die sog. «Framde-Richter-Initiative» der SVP, welche sich ja gegen die Verbindlichkeit der EGMR-Urteile für die Schweiz wendet. Die Buchvernissagen finden in verschiedenen Deutschschweizer Städten ab dem  29. Sept. 2018 statt.

Buchbestellung

Videoportraits und Wanderausstellung

Zum andern hat der Verein Dialog EMRK unter dem Titel «Meine Geschichte – mein Recht» im Sommer 2017 eine Serie von neun Videoportraits lanciert, welche Schweizerinnen und Schweizer zu Wort kommen lässt, die in Strassburg mit einer Beschwerde direkt oder indirekt Recht bekommen haben. Zu jedem der ausgewählten Fälle ist die Geschichte rekonstruiert, die zum Rechtsfall geführt hat. Ausserdem präsentiert jeweils eine betroffene Person in einem Videointerview ihre Sicht der Dinge.

Die erarbeiteten Geschichten werden der Öffentlichkeit sowohl im Internet wie auch in Form einer Wanderausstellung in drei Sprachversionen zugänglich gemacht. Die mobile Ausstellung steht in mehreren Exemplaren zur Verfügung. Die Banner werden von einer informativen Broschüre ergänzt. Die Ausstellung kann für kleinere und grössere Anlässe gebucht werden.

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