Update: 28.07.2009

Tschad

Sitzung der Working Group: 5. Mai 2009 (5. Session)

Im Zentrum der Schweizer Empfehlungen an den Tschad stand erstens der Schutz von Zivilpersonen, insbesondere der Kinder und Frauen, zweitens die Bemühungen, das Justizsystem so zu reformieren, dass es unabhängig, unkorrupt und gerecht funktioniert, sowie drittens der Dialolg und die Kontrolle über die Implementierung der so genannten „13 August 2007 agreements“.

Die Vereinbarungen  zwischen der Regierung und der Opposition vom August 2007 regeln die Organisation von gerechten und fairen Wahlen. Insbesondere soll ein Wahlzensus eingeführt und eine unabhängige Wahlkommission gegründet werden, welche aus Regierungs- und Oppositionsmitgliedern besteht. Damit diese Einigungen gut umgesetzt werden können, wurden die Wahlen zur Nationalversammlung auf das Jahr 2009 verschoben, was dem Thema eine besondere Brisanz gibt.

Des Weiteren wurden die Kindersoldaten angesprochen, wobei die Schweiz einen klaren Zeitplan zur Beendigung der Rekrutierung und Anstellung der Kindersoldaten verlangte. Obwohl fast alle Staaten, welche Empfehlungen abgaben, das Phänomen ansprachen, versuchte Tschad darauf zu beharren, dass Kindersoldaten in Tschad nur ein «Mythos» seien und laut nationalen Forschungen innerhalb der tschadischen Grenzen keine Kinder für den Dienst als Soldaten rekrutiert werden. Paradoxerweise wurden aber gleichzeitig die Empfehlungen der Schweiz, von Nigeria, Grossbritanien, Irland und der Vereinigten Staaten von Amerika in Bezug auf die Demobilisierung, Reintergration und dem Verbot zur Rekrutierung von Kindersoldaten von der tschadischen Delegation angenommen.

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