Update: 13.06.2017

Aktionspläne

Begriff

Aktionspläne sind sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene ein zunehmend wichtiges Mittel, um Gleichstellung in allen Politikbereichen zu verwirklichen. Sie umfassen Problemanalysen, Strategien und konkrete Massnahmen. Von grundsätzlicher Bedeutung ist die Aktionsplattform, die aus der Beijing Weltfrauenkonferenz 1995 hervorging. Sie listet auf, in welchen Bereichen Frauen diskriminiert werden und stellt einen umfassenden Massnahmenkatalog zur Verfügung.

Aktionsplan der Schweiz

Auf dieser Grundlage verabschiedete der Bundesrat den ‚Aktionsplan Schweiz zur Gleichstellung von Frau und Mann‘ (Juni 1999, pdf, 134 S.), der dem Aufbau der UNO-Aktionsplattform entspricht und notwendige Massnahmen für die Schweiz beinhaltet.

Mit dem NGO-Evaluationsbericht der NGO-Koordination post Beijing Schweiz zur Umsetzung des Aktionsplans (November 2002, pdf, 76 S.) haben Vertreter/-innen von rund 30 Organisationen überprüft, wie weit den Worten im Schweizer Aktionsplan Taten gefolgt sind. Von der Umsetzung der Massnahmen sei im Alltag von Behörden und Politiker/-innen wenig zu spüren, kommt der Bericht zum Schluss. Die NGO-Koordination post Beijing fordert, dass die Empfehlungen des Aktionsplans für verbindlich erklärt werden und dass die Behörden Überprüfungsinstrumente schaffen, um die Einhaltung von Gleichstellungsmassnahmen sicherzustellen.

Der Bericht des Bundesrates bezüglich der Umsetzung des Aktionsplans der Schweiz «Gleichstellung von Frau und Mann» durch die Bundesbehörden vom November 2002 eröffnet einen detaillierten Einblick in die Arbeit, welche die Bundesverwaltung bereits geleistet hat. Der Bericht kommt zum Schluss, dass insbesondere im Bereich des Gender Mainstreamings weiterer Handlungsbedarf bestehe.

Auch die 2014 publizierte Bilanz entlang der zwölf Themenbereiche des Plans wirft Handlungsmöglichkeiten auf. Im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann und der Sektion für Chancengleichheit und globale Gender- und Frauenfragen analysierte eine Forscherinnegruppe des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung der Universität Bern die aktuelle Situation in der Schweiz und entwarf Empfehlungen für die Gleichstellungsverwirklichung. Als erstes Ziel wird ein nationales Programm zur Förderung der Gleichstellung formuliert, das Bund, Kantone, Gemeinden und Zivilgesellschaft einschliessen soll.

Weitere Beispiele

2006 hat der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) eine Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern erlassen, die europäische Städte und Gemeinden dazu auffordert, Gleichstellung auf lokaler Ebene umzusetzen. Mit der Unterzeichnung verpflichten sich die Gemeinden, einen Gleichstellungs-Aktionsplan auszuarbeiten, der u.a. die Umsetzung von Gender-Mainstreaming, Gender Assessment und Gender Budgeting anregen soll.

Bern und Zürich haben einen Aktionsplan beschlossen, um der Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern nachzukommen. Bern hat als erste Stadt einen vierjährigen Aktionsplan zur Gleichstellung von Frauen und Männern für die Jahre 2009 – 2012 erstellt und ab 2015 für drei Jahre erneuert. Zürich hat den Gleichstellungsplan nach den erfreulichen Ergebnissen der ersten Phase für die Jahre 2014-2018 verlängert.

Dokumentation

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