Update: 12.07.2004

El Salvador: Kinderarbeit auf Zuckerplantagen

Ausländische Firmen profitieren erheblich von Kinderarbeit:
«Kinderarbeit grassiert geradezu epidemieartig in den Zuckerrohrplantagen von El Salvador. Wenn eine Firma Zucker aus diesem Land kauft, sollte sie sich über diese Tatsache im Klaren sein und auch Mitverantwortung für die Lösung dieses Problems übernehmen.»
Michael Bochenek, Berater der Kinderrechtsabteilung von Human Rights Watch

Firmen, wie z.B. Coca-Cola, die Zucker aus El Salvador kaufen, profitieren von der dortigen Kinderarbeit, erklärte Human Rights Watch in einem Bericht. Kinderarbeit ist in El Salvador weit verbreitet und mit beträchtlichen Gefahren für die Kinder verbunden.

Um das Zuckerrohr während der Erntearbeiten zu schneiden und die Blätter vom Strunk zu entfernen, müssen die Kinder bis zu neun Stunden täglich in glühender Hitze mit Macheten und anderen scharfen Messern hantieren. Nahezu jedes Kind, das von Human Rights Watch für den Bericht befragt wurde, gab an, es hätte sich während der Erntearbeit mit der Machete in Hände oder Beine geschnitten. Ein ehemaliger Arbeitsinspektor erklärte die Arbeit mit Zuckerrohr wegen eben dieser Risiken zur gefährlichsten aller landwirtschaftlichen Tätigkeiten.

Im erwähnten Bericht fordert Human Rights Watch die Zuckerfabriken in El Salvador, sowie Coca-Cola und andere Firmen, die in El Salvador Zucker kaufen, dringend dazu auf, in Verträgen mit ihren Lieferanten internationale Normen zu berücksichtigen und die Einhaltung dieser Normen auch durch die ganze Lieferantenkette zu verlangen. Die Einhaltung sollte auch durch ein Überwachungssystem, das die Arbeitsbedingungen auf den Zuckerrohrplantagen prüft, sichergestellt werden.

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