Schädliche kulturelle Praktiken

Als «Schädliche kulturelle Praktiken» (Harmful cultural practices) werden solche kulturell legitimierten Praktiken (Bräuche, Rituale, Kulte etc.) bezeichnet, welche bestimmte Personengruppen einer Gesellschaft in einer menschenrechtlich nicht akzeptablen Weise tangieren. Oder in der Erläuterung des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte:

«Traditionelle kulturelle Praktiken reflektieren die Werte und den Glauben von Mitgliedern einer Gemeinschaft, welche oft Generationen übergreifend sind. Jede soziale Gruppe der Welt hat spezifische traditionelle kulturelle Praktiken und Überzeugungen. Einige dienen allen Mitgliedern der Gruppe, während andere für spezifische Teile der Gruppe, wie beispielsweise für Frauen, schädlich sein können. Zu diesen schädlichen kulturellen Praktiken gehören: die Verstümmelung weiblicher Genitalien, die Zwangsernährung von Frauen, die Kinderheirat, Tabus und traditionelle Praktiken, die Frauen daran hindern, ihre Fruchtbarkeit zu kontrollieren, Ernährungstabus und gewisse Geburtspraktiken, die Kindstötung, die Kinderschwangerschaft, die Bevorzugung des männlichen Nachwuchses und die sich daraus ergebenden Benachteiligungen der weiblichen Mitglieder, sowie der Brautpreis. Trotz ihres schädlichen Charakters und der Verletzung von internationalen Gesetzen im Bezug auf die Menschenrechte, werden diese Praktiken beibehalten, weil sie von den Praktizierenden nicht hinterfragt und nicht unter dem Gesichtspunkt der Moralität betrachtet werden.» (Harmful cultural practices, Factsheet Nr. 23/1994 des OHCHR)

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