Wir bieten eine niederschwellige Rechtsberatung an
Jeden donnerstags von 14:00 bis 17:00 bedienen wir eine Telefonhotline unter der Nummer 031 301 92 75.
Das Beratungsangebot richtet sich primär an Betroffene und Angehörige, aber auch Fachpersonen, die mit den Betroffenen arbeiten. Wir beraten zu folgenden Themen:
Haftbedingungen
- Haftsetting
- Medizinische Versorgung / Kostentragung
- Beziehung zur Aussenwelt
- Disziplinarmassnahmen
- Zwangsmassnahmen
- Arbeit, Freizeit, Spaziergang, Finanzen, Religion, Essen, Zelleneinteilung
Vollzugsverfahrensentscheiden
- Bedingte Entlassung
- Vollzugsöffnungen/ -verschärfungen
- Therapeutischen Massnahmen und Verwahrung
Wir vermitteln und intervenieren bei den Behörden
Wir versuchen, wenn immer möglich, eine vermittelnde Rolle einzunehmen. Falls wir zum Schluss kommen, dass die Rechte einer Person verletzt werden, weisen wir die Haftanstalt oder die Vollzugsbehörden in einem ersten Schritt darauf hin, holen eine Stellungnahme ein und unterbreiten konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation. Der Beratungsstelle steht für eine offene Kommunikation und gute Kooperation mit den involvierten Behörden.
Wir bauen Wissen auf
Wir registrieren und dokumentieren die Fälle aus der Beratungspraxis unter Berücksichtigung des Datenschutzgesetzes und unter Einbezug der Betroffenen. Seit 2023 werden auch die Anliegen der ratsuchenden systematisch erfasst. Wir erarbeiten die menschenrechtlichen Grundlagen für die Ratsuchenden, und tauschen uns mit dem Verein Perspektiven Angehörige mit einem speziellen Fokus auf Angehörige von Inhaftierten, insbesondere deren Kinder, aus.
Wir arbeiten in Netzwerken
Wir arbeiten vernetzt mit breitgefächerten Partnerinstitutionen zusammen:
- Netzwerk Anwaltschaft: Die Gruppe von Anwält*innen hat zum Ziel, einen kantonsübergreifenden Wissenstransfer zwischen Anwält*innen zu Fragen des Freiheitsentzugs sicherzustellen.
- Vollzugsbehörden / Gefängnisse / Anstalten
- Universität Bern - Human Rights Law Clinic
- Nationale Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF)
- Heilsarmee – Gefängnisdienst
- ACAT (Organisation für eine Welt frei von Folter und Todesstrafe)
- Angehörigen-Organisationen
Wir regen Änderungen in der Praxis an
Durch unsere Interventionen regen wir direkt oder indirekt Änderungen in der Vollzugspraxis an. Ein wichtiger Schwerpunkt dabei ist der Umgang mit Angehörigen wie beispielsweise der schnellere Zugang zu den Angehörigen nach Anordnung einer Untersuchungshaft, generell die Sensibilisierung der Staatsanwaltschaften und Gefängnisse beim Recht auf Familienleben und Kontakt zur Aussenwelt.