Update: 27.09.2016

Asylsozialhilfe / Nothilfe

Gemäss Art. 12 BV hat jeder Mensch in der Schweiz ein Recht auf Hilfe in Notlagen. Diese Hilfe soll einen Minimalstandard garantieren, der für «ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich» ist.

Personen mit einem Rechtsstatus in der Schweiz erhalten Sozialhilfe, die über die verfassungsmässig garantierte Minimalhilfe hinausgeht. Personen ohne Rechtsstatus können sich nur auf den Minimalstandard der Nothilfe berufen.

Sozialhilfe

Personen im Asylverfahren, Flüchtlinge mit und ohne Asyl und andere Personen, die vorläufig aufgenommen sind, haben Anrecht auf Sozialhilfeleistungen, wenn sie nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Die Sozialhilfe umfasst eine Unterkunft, finanzielle Unterstützung für Nahrungsmittel und notwendige Ausgaben, eine medizinische Grundversorgung sowie situationsbedingte Leistungen, die den jeweiligen Lebensumständen der unterstützten Personen Rechnung tragen.

Ein bedürftige Person, die als anerkannter Flüchtling Asyl erhalten hat oder die als Flüchtling vorläufig aufgenommen wurde, erhält die gleichen Leistungen wie die einheimischen Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger (Art. 3 Abs. 1 AsylV2).

Asylsuchende und vorläufig aufgenommene Personen erhalten deutlich weniger Sozialhilfe als Schweizerinnen und Schweizer oder Personen mit einer B- oder C-Bewilligung. Sozialhilfe wird grundsätzlich nur gewährt, wenn keine zumutbaren Möglichkeiten der Selbst- oder Dritthilfe bestehen.

Nothilfe

Abgewiesene Asylsuchende ohne vorläufige Aufnahme haben keinen Anspruch auf Sozialhilfe, denn sie halten sich rechtlich gesehen illegal in der Schweiz auf. Menschen ohne Rechtsstatus erhalten lediglich Nothilfe, die teilweise in Naturalien ausgezahlt wird. Personen, die Nothilfe beantragen, können sofort in Ausschaffungshaft genommen werden:  

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