Update: 17.08.2018

Länderinformation: Menschenrechte in Indonesien

Hier finden Sie eine Kurzinformation zur Menschenrechtssituation im Land sowie eine Reihe von erstklassigen Suchhilfen für eigene Recherchen. Die nachstehenden Informationen vermitteln einen ersten Überblick über wichtige Menschenrechtsprobleme in Indonesien; sie erheben keinen Anspruch auf Genauigkeit oder Vollständigkeit.

Kurzinformation zur Menschenrechtslage

Polizei- und Sicherheitskräften wird exzessive Gewaltanwendung, Folter und Missbrauch vorgeworfen. Religiöse Minderheiten (darunter Bahai, Christen und Schiiten) sind vermehrt Einschüchterungen und physischen Übergriffen ausgesetzt. Zudem leiden Angehörige religiöser Minderheiten und Atheisten/-innen unter staatlicher Repression und Diskriminierung infolge eines rigorosen Gesetzes gegen Blasphemie. In der Provinz Aceh trat 2015 ein neues islamisches Strafgesetzbuch in Kraft, welches beispielsweise für gleichgeschlechtliche Paare, uneheliche Beziehungen, Alkoholkonsum und Glücksspiele Prügelstrafen vorsieht. Im Mai 2017 wurden erstmals zwei Männer wegen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher sexueller Beziehungen öffentlich mit je 83 Stockschlägen bestraft. In den Regionen Papua und West Papua kommt es immer wieder zu willkürlichen Tötungen durch die Militärkräfte, welche dafür nur selten strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Bei friedlichen Protesten werden Personen willkürlich festgenommen.

Die Haftbedingungen in Indonesien sind überaus streng. Indonesien kennt weiterhin die Todesstrafe, unter anderem auch bei Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Eine Säuberungskampagne gegen Personen, die Drogen konsumieren oder mit ihnen handeln, führt zu zahlreichen aussergerichtlichen Hinrichtungen, die unbestraft bleiben. Mehrere Bräuche und Gesetze diskriminieren Frauen. Weitere Problemfelder sind die Beschränkungen der Meinungsäusserungsfreiheit, das Wegsperren von behinderten Personen und die fehlende Hilfeleistungen für gestrandete Flüchtlinge aus Myanmar.

Präsident Joko Widodo hat eine Wiedergutmachung für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in den Jahren 1965/66 versprochen. Allerdings wurden bis heute noch keine konkreten Schritte unternommen, um dieses Versprechen umzusetzen. Gemäss NGOs wäre die Wiedergutmachung ein wichtiger Schritt für die Aufarbeitung der Vergangenheit, und sie sind besorgt, dass die Versprechen gar nie umgesetzt werden. Trotz einigen positiven Ansätzen herrscht mehrheitlich Straflosigkeit.

(Stand vom August 2018. Quellen: Amnesty International, Human Rights Watch, US State Dep.)

Die besten Links für Recherchen

Sammlungen von Länderberichten zu Indonesien

  • Indonesien auf ecoi.net
    Gesammelte Berichte in Deutsch oder Englisch von diversen Quellen zur Menschenrechtslage im Land, mit Link zu Länderkurzinfos.
  • Indonesien auf unhcr.org
    Gesammelte Berichte in Englisch von diversen Quellen zur Menschenrechtslage im Land

Länderberichte von einzelnen Organisationen oder Institutionen

Ratings / Ranglisten / Indexe

  • Indonesien bei Reporter ohne Grenzen
    Indonesien belegt Rang 124 in der Rangliste der Pressefreiheit 2018. Für Meldungen zur Pressefreiheit in Indonesien siehe die verlinkte Website in Deutsch.
  • Indonesien bei Transparency International
    Resultatübersicht der aktuellsten Erhebungen zur Korruption in Indonesien, Informationen in Englisch.
  • Indonesien im Human Development Index
    Indonesien belegt Rang 113 im Entwicklungsindex 2016, der vom UNO-Entwicklungsprogramm publiziert wird, Informationen in Englisch.
  • Indonesien im Rule of Law Index
    Indonesien belegt im Jahre 2018 Rang 78 (von 113) in der Sparte «Fundamental Rights». Für weitere Faktoren der Rechtsstaatlichkeit in Indonesien vgl. die verlinkte Website (Informationen in Englisch).

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