Update: 11.03.2008

Frauenhandel: 70'000 Unterschriften für mehr Schutz

Die Kampagne der Koalition «Euro 08 gegen Frauenhandel» ist am 11. September 2008 mit der Übergabe der Petitionen an die kantonalen und nationalen Behörden zu Ende gegangen. 70'000 Unterschriften konnten während der sechsmonatigen Kampagne für einen besseren Schutz der Opfer von Frauenhandel in der Schweiz gesammelt werden. Eine der Hauptforderungen der Koalition, die Ratifizierung der Konvention des Europarates gegen den Menschenhandel ist unterdessen durch die Schweiz akzeptiert worden.

Allerdings genügt diese Massnahme allein nicht. Die Petition der Koalition fordert einheitliche Normen in allen Kantonen. Denn die Opfer haben in der Tat nicht in allen Kantonen Zugang zu denselben Beratungsstellen und können ihre Rechte nicht überall einfordern. Die Petition fordert deshalb vom Parlament und von den Kantonen den Opfern eine Aufenthaltsbewilligung abzugeben. Wie die Petitionäre in Erinnerung rufen, müssen die Unterzeichnerstaaten der Europaratskonvention die Opfer schützen, auch wenn sie nicht gegen ihre Peiniger aussagen wollen. Dies ist in der Schweiz noch nicht der Fall: Verweigert ein Opfer die Aussage, dann muss es das Land innert dreissig Tagen verlassen. 

  • 70'000 Personen fordern mehr Schutz und Rechte für Opfer von Frauenhandel  (online nicht mehr verfügbar)
    Medienmitteilung von Amnesty International vom 11. September 2008

Die Schweiz tue zu wenig um die Opfer von Frauenhandel zu schützen und ihre Menschenrechte zu gewährleisten. Dies schrieb die Koalition «Euro 08 gegen Frauenhandel» in einer Medienmitteilung vom 8. März 2008. Die Koalition hat mit symbolischen Strassenaktionen in Basel, Bern, Genf und Zürich im Vorfeld der EURO 08 auf die Problematik aufmerksam gemacht. In einer Petition stellt sie wichtige Forderungen zum Schutz der Opfer in der Schweiz auf.

Forderungen an Bund und Kantone

Die Petition «Mehr Schutz und Rechte für die Opfer von Frauenhandel» fordert allem voran das Recht auf einen sicheren Aufenthalt in der Schweiz. Viele Opfer wagten es nicht, zur Polizei zu gehen, weil sie ihre Ausschaffung befürchten müssten. Oft würden sie gar nicht als Opfer von Frauenhandel erkannt, sagte Doro Winkler von der Fachstelle gegen Frauenhandel FIZ und Co-Präsidentin der Kampagne «Euro 08 gegen Frauenhandel». Ausserdem soll der Bund nach Ansicht der Koaliton verbindliche Standards setzen, damit alle Opfer unabhängig von ihrem Aufenthaltskanton den gleichen Schutz und die gleichen Rechte haben. Eine weitere zentrale Forderung der Fachorganisationen ist, dass die Schweiz so rasch wie möglich die Konvention des Europarats zur Bekämpfung von Menschenhandel ratifizieren soll.

Weiterführende Informationen

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