Die Schweiz und ihr Beitrag zur Festung Europa

Der Internationale Tag der Flüchtlinge, am Samstag 20. Juni 2009, bietet Gelegenheit sich daran zu erinnern, dass die Schweiz eine zunehmend strenge Flüchtlingspolitik führt und sich gemeinsam mit Europa hinter einer Festung verschanzt. Der Tag bietet auch Gelegenheit, einmal den Tausenden Flüchtlingen zu gedenken, welche auf dem Weg in den Norden sterben. Die schweizerischen Nichtregierungsorganisationen ihrerseits nehmen den Tag zum Anlass, einen Solidaritätsappell für Menschen auf der Flucht oder im Exil zu lancieren. Zudem gehen sie mit einer Kampagne gegen die Vorurteile vor, mit welchen Schweizerinnen und Schweizer die Flüchtlinge hierzulande in Verbindung bringen.

Festung Europa

Auf der Welt sind nach Angaben des UNHCR gegen 42 Millionen Menschen auf der Flucht. Der weitaus grösste Teil dieser Flüchtlinge flieht aus der eigenen Heimat in ein benachbartes Land. Nur ein kleiner Bruchteil dieser Menschen nimmt den Weg Richtung Europa auf sich. Dennoch sterben jährlich Hunderte von Menschen auf der Flucht nach Europa. Seit 1993 sind so über 13'000 Menschen gestorben, wie die Organisation United against Racism auf ihrer Website dokumentiert. 

Eines der Probleme, die sich hinter diesen Todesfällen versteckt, ist die Tatsache, dass sich Europa zunehmend verbarrikadiert. Die europäischen Nationalstaaten richten ihre Flüchtlingspolitik in vielen Punkten ausschliesslich auf die Abwehr «unerwünschter» Migration aus und vernachlässigen den Aspekt der Schutzgewährung zunehmend. Die Schweiz ist ein Teil dieser Festung Europa. Unsere Flüchtlingspolitik ist ebenfalls in vielen Punkten auf die Abwehr von Migration ausgerichtet. Die Schweiz arbeitet nicht nur im Rahmen des Dublin-Abkommens mit den EU-Ländern zusammen, sondern auch im Bereich des «Migrationsmanagements».

Vorurteile bekämpfen

Lügner, Diebe, Dealer - diese Vorurteile, welche die Flüchtlinge in der Schweiz oft täglich begleiten, sind bedrohlich und werden von vielen Schweizern/-innen zu rasch als Tatsache hingenommen. Deshalb startet die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) gemeinsam mit andern Partnern (u.a. das Bundesamt für Migration) eine Sensibilisierungskampagne. Die Kampagne beginnt am 30. Juli mit einem Open-Air auf dem Bundesplatz.

Weiterführende Informationen

19.06.2009