Berner Regierungsrat entschuldigt sich für rassistische Äusserung

Um zu erklären, warum in Europa so viele Flüchtlinge landen, sagte der Berner Regierungsrat und Vorsteher der Polizei- und Militärdirektion Hans-Jürg Käser anlässlich einer Führung durch das Asyldurchgangszentrum in Burgdorf: «Europa ist das Paradies, die Schweiz das Schlaraffenland. Das wissen nicht nur wir, sondern auch die Negerbubli.» Die Demokratischen Juristinnen und Juristen Bern (DJB), der Afrika-Diaspora-Rat (ADRS), das Forum für die Integration der Migrantinnen und Migranten (FIMM)  und die Organisation «Carrefour de reflexion et d’action contre le racisme anti-noir» (CRAN) hatten diese rassistischen Äusserungen daraufhin in öffentlichen Stellungnahmen verurteilt.

Vorbildfunktion von Behördenmitglieder

Die Aussage Käsers bringt ein klassisch rassistisches Überlegenheitsgefühl zum Ausdruck und fördert und festigt damit rassistische Denkmuster. Laut Berichten von «Der Bund» und dem «Tagblatt» hat Käser den Begriff «Negerbubli» nicht zum ersten Mal in aller Öffentlichkeit verwendet. Dies zeugt von einem erschreckenden Mangel an Sensibilisierung und fehlendem Respekt. Als Regierungsrat und Präsident der KKJPD (Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren) kommt Käser hier eine Vorbildrolle zu. Behördenmitglieder haben jegliche diskriminierende, herabwürdigende und stereotypisierende Aussagen über einzelne Gruppen der Bevölkerung zu vermeiden. Ihre Aufgabe ist es, mit offener Information gegen Vorurteile und Diskriminierung vorzugehen.

Käser entschuldigt sich

Nun hat sich Käser mit einem Brief an die DJB für seine Äusserungen entschuldigt: «Der Ausdruck, den ich in Burgdorf verwendet habe, war keine gute Wahl. Ich habe mich inkorrekt geäussert. Dies tut mir Leid.» Zudem hat sich Käser zu einem Treffen mit dem Afrika-Diaspora Rat bereit erklärt.

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