Armut in der Schweiz nimmt zu

In der Schweiz sind gemäss Caritas Schweiz rund eine Million Menschen von Armut betroffen. Die Existenzsicherung müsse daher verstärkt zur nationalen Aufgabe gemacht werden, schreibt Caritas im Sozialalmanach 2006.

Die Situation habe sich gegenüber 2003 verschärft. Damals hatte die Caritas die Zahl der von Armutbetroffenen noch auf 850'000 geschätzt. Der Arbeitsmarkt erfülle seine Funktion als primäre Quelle der Existenzsicherung nicht mehr, schreibt die Caritas. Laut der Organisation gehören zu den Armen Kinder, Rentner und zahlreiche Personen im erwerbsfähigen Alter. Auch die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) zog Anfang 2006 den Schluss, dass die Armut in der Schweiz im vergangenen Jahr weiter gewachsen sei. Dies sagte SKOS-Präsident Walter Schmid gegenüber swissinfo. Rund eine halbe Million Menschen sind demnach in der Schweiz von der Sozialhilfe abhängig.

Die Schätzungen der Caritas stützen sich auf drei Studien, die sich mit der Armut bei Jugendlichen, Erwachsenen und Rentnern befassen. Zu Grunde liegt den Zahlen die Armutsgrenze, die anhand der SKOS-Richtlinien definiert wird. Diese liegt nach Sozialabzügen und Steuerabzug bei 2480 Franken für einen Einpersonen-Haushalt und 4600 Franken für eine vierköpfige Familie.

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11.01.2006