Häusliche Gewalt: Schusswaffen sind ein Risiko, besonders zuhause

Jedes Jahr finden am 25. November, dem «Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen» auf der ganzen Welt Aktionen für Frauenrechte und gegen Gewalt statt. Verschiedene Frauenrechtsorganisationen sind an diesem Tag weltweit auf der Strasse aktiv, verurteilen geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen und unterstützen Frauen, die sich dagegen wehren. In der Schweiz steht dabei in diesem Jahr der Kampf für eine Initiative im Zentrum, welche Waffen aus den Haushalten verbannen will. Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben am 13. Februar 2011 die Chance, persönlich gegen häusliche Gewalt aktiv zu werden, in dem sie für die Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» votieren.

Gewalt ist eine Haupttodesursache für Frauen

Bei Gewaltdelikten in Familien sind häufig Frauen und Kinder die Opfer. Dies könnte sich ändern, wenn Schusswaffen weniger leicht verfügbar wären. Darauf hat Amnesty International am 25. November in verschiedenen Schweizer Städten mit Strassenaktionen aufmerksam gemacht. Die Botschaft der Aktion lautete: «Schusswaffen sind ein Sicherheitsrisiko, besonders für Frauen. Zu Hause sind sie definitiv fehl am Platz.»

Auch die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» fokussiert dieses Jahr auf die Gefahr und Bedrohung, welcher insbesondere Frauen durch Waffen ausgesetzt sind. Sie will wie jedes Jahr auch daran erinnern, dass Gewalt gegen Frauen die weltweit am weitesten verbreitete Menschenrechtsverletzung ist. Für Frauen zwischen 15 und 44 gehöre Gewalt zu den Hauptursachen für Tod und schwere gesundheitliche Schäden, sagte Cécile Bühlmann vom Christlichen Friedensdienst cfd. Vergewaltigung und häusliche Gewalt seien weltweit für Frauen dieser Altersgruppe ein grösseres Risiko als Krieg, Krebs, Malaria oder Verkehrsunfälle.

Veranstaltungen bis am 10. Dezember

Ab dem 25. November bieten mehr als fünfzig Organisationen Veranstaltungen in der Deutschschweiz an, die für verschiedene Formen geschlechtsspezifischer Gewalt sensibilisieren, Alternativen aufzeigen und die konsequente Umsetzung bestehender Gesetze fordern. Die von der feministischen Friedensorganisation cfd in der Schweiz lancierte Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» findet bereits zum dritten Mal statt. Unterstützt wird die Kampagne in diesem Jahr von den beiden höchsten Schweizerinnen Erika Forster-Vannini und Pascale Bruderer Wyss. Ein laufend aktualisiertes Veranstaltungsprogramm für alle Schweizer Städte und weitere Informationen sind unter www./16tage.ch zu finden.

Dokumentation

25.11.2010