Flüchtlingsdramen - hier und anderswo

Eine Mutter flüchtet mit ihren fünf Kindern im italienisch-schweizerischen Berggebiet Malcantone über die grüne Grenze in die Schweiz. Die ukrainische Familie kann von der Rettungsflugwacht am 20. Januar 2008 knapp vor dem Erfrierungstod gerettet werden. Obwohl die Mutter ihr Leben und dasjenige ihrer Kinder in ihrer Verzweiflung aufs Spiel setzte, hat ihr Asylgesuch in der Schweiz wenig Chancen bewilligt zu werden.

Ähnliche Dramen spielen sich an Europas Grenzen tagtäglich ab, wie Berichte von Menschenrechtsorganisationen immer wieder zeigen. Dabei sind die Flüchtlinge kriminellen Schleppern völlig ausgeliefert. Oft gehen zudem die Grenzwächter wenig zimperlich mit den Menschen um, die sie auffangen. Die Organisation Pro Asyl etwa dokumentiert Menschenrechtsverletzungen an den Grenzen Europas auf ihrer Website. Sie hat im Oktober 2007 aufgedeckt, dass die griechische Küstenwache zu verbrecherischen Methoden greift, um die Einreise von Flüchtlingen zu verhindern. Sie soll Gummiboote mit Flüchtlingen zerstochen und Flüchtlinge auf unbewohnten Inseln ausgesetzt haben.

Andere Wege geht derweil das Bundesamt für Migration (BFM) und wirbt in afrikanischen Staaten aktiv dafür, die eigene Heimat nicht zu verlassen; dies mit einem teuer produzierten, wenig glaubwürdigen Werbefilm. Wer sich dem Thema stellt, erhält zunehmend den Eindruck, dass die Asylpolitik der europäischen Staaten nicht den Schutz von Flüchtlingen, sondern den Schutz Europas vor Flüchtlingen anstrebt. Das Asylrecht und die Menschlichkeit bleiben dabei auf der Strecke.

Dokumentation