Asylbewerberzentrum Valzeina: Petition «SOS-Menschlichkeit»

Einige Bewohner/innen des Bündner Bergdorfes Valzeina setzen sich dafür ein, dass die abgewiesenen Asylbewerber, welche in ihrem Dorf Nothilfe erhalten, ein menschenwürdiges Leben führen können. Was die verschärfte Asylpolitik des Bundes für die Betroffenen für unmenschliche Konsequenzen hat, erfahren die Mitglieder der kleinen Dorfgemeinschaft täglich und aus nächster Nähe. Die Bewohner/innen von Valzeina haben nun genug: Sie haben sich im Komitee «SOS Menschlichkeit» zusammen getan und stellen nun in einer Petition an den Grossen Rat des Kantons Graubündens Forderungen auf. 

«Wie die Fremdenpolizei mit unseren neuen Nachbarn umspringt finden wir schlimm», schreiben die Bewohner/innen von Valzeina in einem E-Mail an Humanrights.ch. «Auch dass die Fremdenpolizei nicht nur für die Unterbringung und Betreuung, sondern auch für eine humanitäre Aufnahme zuständig ist; so sind unsere neuen Nachbarn der Willkür dieser fremdenfeindlichen Beamten von Anfang bis Schluss ausgesetzt, ohne Beschwerdeinstanz.» Mit der Petition versuchen die engagierten Bewohner/innen Valzeinas nun die Bündner Politiker/innen zu bewegen, dagegen etwas zu unternehmen: «Umso zahlreicher die Petition unterzeichnet wird, umso mehr Gewicht hat sie. Bitte sofort ausdrucken, unterzeichnen und zurücksenden; die Petition läuft nur 14 Tage!», bittet das Komitee.

Im Ausreisezentrum Flüeli im Prättigauer Dorf Valzeina sind zur Zeit acht Männer untergebracht, die nicht ausgeschafft werden können. Der Kanton Graubünden betreibt das Heim seit Mitte Dezember 2007 und gewährt die gesetzliche Nothilfe an gewisse Asylsuchende nur in diesem abgelegenen Bergdorf. 

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