Spielwaren aus China

In chinesischen Spielwarenfabriken werden die Menschenrechte und grundlegende Arbeitsrechte systematisch missachtet. Deshalb forderten die Erklärung von Bern (EvB) und vier weitere Schweizer NGOs die Schweizer Spielwarenbranche schon vor anderthalb Jahren zu Taten auf. Nun weisen Studien offenbar auf eine neuerliche Zunahme von Kinderarbeit hin. Dazu kommt der bereits seit langem im Raum stehende Vorwurf des Sozialdumpings bei Zulieferfirmen renommierter Spielzeugunternehmen.

Die Rückrufaktionen von Spielzeugkonzernen wie Mattel sei Ausdruck eines tiefer liegenden Skandals, schreibt die EvB. Minimale Umwelt- und Sozialstandards würden zunehmend ignoriert, besonders in China.

  • NGO-Rute für den Disney-Konzern
    Medienmitteilung EvB, 6. Dezember 2007
  • Dossier Spielwaren bei EvB (online nicht mehr verfügbar)
  • Bericht über Kinderarbeit in China (online nicht mehr verfügbar)
    Dokumentation von der EvB
  • Mattel ruft 18 Millionen Spielzeuge zurück 
    Medienmitteilung von der EvB vom 22. August 2007
  • Disneys Sozialdumping (online nicht mehr verfügbar)
    Artikel der EvB im Dossier Spielwaren vom 9. November 2007

Jedes Unternehmen, das Spielwaren aus China importiere oder verkaufe, könne die Produktionsbedingungen mitbestimmen, schreiben EvB, die Fédération romande des consommateurs (FRC), die Gesellschaft Schweizerisch Tibetische Freundschaft (GSTF), die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) sowie die Arbeitsgruppe Basel von terre des hommes schweiz in einem Mediencommuniqué. Sie haben sich zur Schweizer Spielzeug-Koalition zusammengeschlossen und erste Gespräche mit dem Spielwaren Verband Schweiz und verschiedenen grösseren Anbietern geführt. Die NGOs fordern von den Anbietern, dass sie von den Lieferanten in China die Einhaltung bestimmter Sozialstandards sowie konkrete Massnahmen wie Trainings für die Beschäftigten, Betriebsräte und das Kader verlangen.

Weiterführende Informationen


Postkartenaktion für bessere Arbeitsbedingungen in China

(Artikel vom 22.12.2005)

Schweizer Firmen, die Spielwaren aus China verkaufen, sollen bei ihren Lieferanten dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen für Arbeiter/innen verbessert werden. Dies bezweckte eine Postkartenaktion von Konsumentenschutz (SKS), Erklärung von Bern (EvB) und die Gesellschaft schweizerisch-tibetische Freundschaft (GSTF).

Missbräuchliche Arbeitsbedingungen seien in chinesischen Spielzeugfabriken die Regel, schreiben die drei NGOs in einer Medienmitteilung. Tausende von chinesischen Spielzeugfabriken beachten demnach die minimalsten Standards nicht. Die Arbeiter/innen müssten etwa pro Monat 150 Stunden Überzeit leisten, in der Hochsaison von Mai bis September zum Teil ohne einen einzigen Feiertag.

Dreiviertel aller weltweit angebotenen Spielzeuge werden gemäss den NGOs in China produziert. Der Grossteil des Angebotes in der Schweiz ist ebenfalls «Made in China». Hunderte Konsument/innen haben die Kartenaktion von EvB, SKS und GSTF unterstützt und bei den Spielwaren-Anbietern in der Schweiz Auskunft darüber verlangt, unter welchen Bedingungen die Waren in China hergestellt wurden. 

Laut den drei NGOs fielen die Antworten der Verteiler ernüchternd aus: «Die Franz Carl Weber AG fand es beispielsweise nicht nötig, auf die Anfragen überhaupt eine Antwort zu geben. Der Spielwaren Verband Schweiz verweist auf einen löchrigen, ungenügenden ICTI-Kodex und zeigt keine Anstalten, von seinen Mitgliedern einen international anerkannten Standard zu verlangen. Migros und Coop können erste Ergebnisse ausweisen, es besteht aber weiterhin dringender Handlungsbedarf. Globus, Hasbro Schweiz AG, Manor AG und Mattel AG beschränken sich vorwiegend darauf, mit schönen Worten ('Wir tun unser Möglichstes') die Anfragen abzuwimmeln.»

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