Update: 23.05.2016

Platzsituation in den Frauenhäusern

Auf Bundesebene thematisieren derzeit eine Reihe von politischen Vorstössen die Finanzierung und die Platzsituation der Frauenhäuser. Im Auftrag der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren SODK und des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG hat die INFRAS einen Grundlagenbericht zur «IST- und Bedarfsanalyse Frauenhäuser Schweiz»  erstellt. Der Bericht kommt zum Ergebnis, dass in der Schweiz ein anhaltender Bedarf für stationäre Plätze in Frauenhäusern besteht. Es bestehen erhebliche regionale Unterschiede bezüglich der Versorgung mit Frauenhausplätzen.

Namentlich im Bereich des «Platz- und Leistungsangebots für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder» sehen die Autoren/innen der Studie Handlungsbedarf. Es kommt immer wiedervor, dass Frauen kurzfristig nicht im Frauenhaus in der eigenen Region aufgenommen und teilweise auch nicht in einem anderen Frauenhaus platziert werden können. Diese müssen dann in Pensionen, Hotels oder Notunterkünften untergebracht werden. Eine wichtige Ursache für den (temporären) Platzmangel ist die lange durchschnittliche Aufenthaltsdauer der schutzbedürftigen Frauen im Frauenhaus, da häufig nur ungenügend angemessene Anschlusslösungen ( e.g. bezahlbare Wohnungen und betreute Wohnformen für Frauen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf) zur Verfügung stehen.

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