Internationale Abkommen gegen Menschenhandel

Im Kampf gegen den Menschenhandel, insbesondere den Frauen- und Mädchenhandel, wurden bereits anfangs des Jahrhunderts vier internationale Abkommen ausgehandelt. Es handelt sich um das «Internationale Übereinkommen zu Gewährleistung eines wirksamen Schutzes gegen Mädchenhandel» vom 18. Mai 1904, das «Internationale Übereinkommen zur Bekämpfung des Mädchenhandels» vom 4. Mai 1910, das «Internationale Übereinkommen zur Unterdrückung des Frauen- und Kinderhandels» vom 30. September 1921 und das «Internationale Übereinkommen über die Unterdrückung des Handels mit volljährigen Frauen» vom 11. Oktober 1933.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die «Konvention zur Unterbindung des Menschenhandels und der Ausnutzung der Prostitution anderer» vom 2. Dezember 1949 ausgearbeitet. Diese Konvention erwies sich allerdings als unglücklich und sie wurde lediglich von 81 Staaten anerkannt. Umstritten ist sie vor allem, weil sie auch die freiwillige Prostitution umfasst.

UNO-Zusatzprotokoll gegen Menschenhandel

Im Rahmen eines Zusatzprotokolls zum «Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität» wurde ein neuer Anlauf genommen, um den Menschenhandel zum Zwecke der Prostitution und der Sklavenarbeit zu bekämpfen. Bemerkenswert ist, dass hier zum ersten Mal von den Staaten explizit umfassende Massnahmen zum Schutze der Opfer gefordert werden.

Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität

vom 15. November 2000 (Inkrafttreten: 29. September 2003)

Text: Deutsch / Französisch / Italienisch / Englisch

190 Ratifizierungen (Stand: 10. Juli 2020; aktueller Stand).

Zusatzprotokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels

vom 15. November 2000 (Inkrafttreten: 25. Dezember 2003)

Text: Deutsch / Französisch / Italienisch / Englisch

    178 Ratifizierungen (Stand: 10. Juli 2020; aktueller Stand).

    Ratifizierung durch die Schweiz

    SR 0.311.542 (AS 2006 5917)
    Ratifikation: 27. Oktober 2006
    In Kraft für die Schweiz seit: 26. November 2006
    Botschaft vom 26. Oktober 2005: BBl 2005 6693 / FF 2005 6269 (franz.) / FF 2005 5961 (ital.)

    21.05.2019