Update: 19.11.2015

Multiwatch-Jubiläum: Zehn Jahre Kampf für Menschenrechte

Wie der Name schon andeutet, wirft Multiwatch einen kritischen Blick auf multinationale Konzerne (Multis). Der Verein, der sich gemäss eigenen Angaben aus einer breiten Koalition von NGOs, Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und globalisierungskritischen Organisationen zusammensetzt, wurde im Frühjahr 2005 gegründet und hat seither verschiedene Kampagnen durchgeführt. Nun feiert Multiwatch sein zehnjähriges Jubiläum und nutzt diese Gelegenheit, um in einer Jubiläumsbroschüre und an einer Jubiläumsveranstaltung am 20. November 2015 auf die vergangenen zehn Jahre zurück zu blicken und kommende Herausforderungen zu diskutieren. 

Multiwatch versteht sich als «Organ des Hinschauens» und macht in dieser Funktion immer wieder auf Menschenrechtsverletzungen durch Grosskonzerne aufmerksam. In der Broschüre beschreibt der Verein sein Entstehen und seine Geschichte am Beispiel der jahrzehntelangen Kritik an Nestlé. Doch auch andere multinationale Konzerne sind auf dem Radar von Multiwatch: «Sowohl bei Nestlé in Kolumbien wie auch bei Holcim in Indien, bei Glencore in Peru oder bei Syngenta in Pakistan mussten wir in den letzten zehn Jahren gravierende Menschenrechtsverstösse feststellen.» Dass diese Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit ihre Wirkung nicht verfehlt hat, zeigt das Beispiel Glencore: Während noch vor wenigen Jahren niemand den Grosskonzern in Baar kannte, ist Glencore mittlerweile «zum Vorzeige-Negativbeispiel dafür geworden, wie sich Multis weltweit um die Einhaltung der Menschen- und Umweltrechte foutieren und gleichzeitig die Schweiz als sicheren Hafen für ihre Aktivitäten benutzen.»

Die wichtigsten Forderungen des Vereins sind jene nach einer «internationalen Gerichtbarkeit zum Verhalten der Multis» sowie nach transnational verbindlichen Richtlinien in Menschenrechts- und Umweltanliegen. Aus diesem Grund hat Multiwatch zusammen mit 60 anderen Organisationen in der Schweiz die «Konzenverantwortungsinitiative» lanciert.

 

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