Update: 27.07.2016

Gemeinplätze zur schweizerischen Minderheitenpolitik

Mit dem föderalistischen Bundesstaat ab 1848 ist es gelungen, die Ansprüche der traditionellen sprachlichen und konfessionellen Minderheiten im Rahmen des Systems der kantonalen Selbstverwaltung zu befriedigen. Heute gilt denn auch das schweizerische System als exemplarisch für einen funktionierenden multiethnischen Staat.

Eine gravierende Ausnahme von dieser Regel stellt die schweizerische Politik gegenüber den fahrenden ethnischen Gruppen der Jenischen sowie der Sinti und Roma dar, die seit den 20er- bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts vom Willen zur Zerstörung der fahrenden Lebensform geprägt war.

Neue Minderheiten

Auch die Politik gegenüber den im 20. Jahrundert eingewanderten Arbeitsmigranten/-innen und später den Flüchtlingen lässt sich nicht mit der komfortablen Lage der traditionellen Minderheiten vergleichen. Das Bewusstsein, dass eine systematische Integrationspolitik notwendig ist, ist erst seit den 1990er Jahren gewachsen; nach wie vor sind Abschottungstendenzen, verbunden mit einem beträchtlichen fremdenfeindlichen Potenzial, sehr stark und bisweilen politisch mehrheitsfähig.

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