Studie zu häuslicher Gewalt in der Schweiz

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Mann und Frau (EBG) hat zum Thema Gewalt in Paarbeziehungen eine Studie herausgegeben. Sie liefert eine Übersicht über den Forschungsstand zu Ursachen und Risikofaktoren von Gewalt zwischen Mann und Frau. Darüber hinaus beinhaltet sie eine Bestandesaufnahme der in den letzten Jahren auf Bundes- und Kantonsebene ergriffenen Massnahmen mit sechs vertieften Studien in den Kantonen Basel-Landschaft, Genf, Luzern, Tessin, Waadt und Zürich.

Komplexe Ursachen

Die Verfasser/innen der Studie schätzen aufgrund älterer Studien, dass zehn bis zwanzig Prozent der Frauen im Verlaufe ihres Erwachsenenlebens einmal häusliche Gewalt erleben. Gemäss der Studie liegen die Ursachen für Gewalttätigkeiten im Zusammenspiel verschiedener individueller und gesellschaftlicher Risikofaktoren. Dazu gehört etwa, wenn Täter in ihrer Kindheit selber Gewalt erfahren haben. Als weitere Risikofaktoren gelten auch Stresssituationen wie Schwangerschaft, Geburt oder Trennung. Die Autor/innen betonen die Komplexität der Problematik, welche nur mit komplexen Massnahmen angegangen werden könne und auf verschiedenen Ebenen ansetzen müsse. 

Bundesratsbericht

Auf der wissenschaftlichen Studie aufbauend ist zudem am 13. Mai 2009 der Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats (05.3694) von Nationalrätin Doris Stump (SP/AG) verabschiedet worden. Der Bundesrat bringt damit den Willen zum Ausdruck, sich in den nächsten Jahren für eine konsequente Umsetzung der rechtlichen Grundlagen einzusetzen und mit Evaluationen noch bestehende Probleme und Lücken zu erfassen. Weiter werden neue Massnahmen zur Information, Aufklärung und Prävention geprüft. Das Bundesamt für Statistik wird, gestützt auf die neue Polizeikriminalstatistik, weitere Analysen im Bereich häuslicher Gewalt liefern. Und eine neue Studie soll mehr Klarheit über die volkswirtschaftlichen Kosten häuslicher Gewalt bringen. 

Die wissenschaftliche Studie des EBG ist in deutscher und französischer Sprache erhältlich. Der Bericht des Bundesrates erscheint in deutscher, französischer und italienischer Sprache. Beide Dokumente können als pdf-Dokument von der Website der Fachstelle gegen Gewalt heruntergeladen werden.

  • Gewalt in Paarbeziehungen (online nicht mehr verfügbar)
    Dokumentation des EBG zur Medienkonferenz vom 13. Mai 2009
  • Gewalt in Paarbeziehungen (online nicht mehr verfügbar)
    Studie des EBG vom 13. Mai 2009 (pdf, 205 S.)
  • Bericht Gewalt in Paarbeziehungen (online nicht mehr Verfügbar)
    Entwurf des Bundesratsberichts vom 13. Mai 2009 (pdf, 40 S.)
  • Ursachen von Gewalt untersuchen und Massnahmen dagegen ergreifen - Postulat Doris Stump
    Dokumentation auf der Website der Parlamentsdienste

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