Medienkritik: Berichterstattung über Roma zu wenig differenziert 

Die Berichterstattung der Medien über Roma in der Schweiz ist oft geprägt von negativen Stereotypen und Pauschalisierungen. Dies zeigt eine Studie, welche die Universität Zürich im Auftrag der Eidg. Kommission gegen Rassismus (EKR) durchgeführt hat. Die EKR ruft die Medien zu einer umsichtigeren Berichterstattung über Roma auf. Die Art und Weise, wie die Leitmedien über Roma in der Schweiz berichten, hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung von Minderheiten in unserem Land.

Schutzpflicht von Bund und Kantonen

Die hiesigen Roma, Jenischen, Manouches oder Sinti sind eine anerkannte Minderheit, um deren Wohlergehen die Schweiz sich aufgrund des Europaratsabkommens zum Schutz nationaler Minderheiten besonders bemühen muss. Bund und Kantone haben eine Schutzpflicht gegenüber diesen Personen. Das heisst, die Behörden müssen vorbeugende Massnahmen treffen, damit sie nicht von privaten Dritten diffamiert oder diskriminiert werden.

Eine Studie über die Medienberichterstattung über Roma in der Schweiz ist vor diesem Hintergrund begrüssenswert. Vergleiche und Aussagen über eine Intensivierung der Problematik und deren Auswirkung auf die Toleranz gegenüber dieser verletzlichen Gruppe sind allerdings nur möglich, wenn ein regelmässiges und langfristiges Monitoring der Berichterstattung erfolgt und diskriminierende Praktiken statistisch erfasst werden können.