Bestandesaufnahme zum Thema Menschenhandel in der Schweiz

Die Opfer von Menschenhandel geniessen in der Schweiz in sozialer wie in rechtlicher Hinsicht zu wenig Schutz. Dieses Fazit zieht das Schweizerische Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) Anfang November 2007 nach einer Analyse des Menschenhandels in der Schweiz. Trotz verbesserter rechtlicher Rahmenbedingungen auf Bundesebene und Fortschritten in einigen Kantonen, ortet das SFM Handlungsbedarf.

Menschenhandelsopfer werden kaum als solche wahrgenommen 

Das SFM veröffentlichte eine Studie, welche die unterschiedlichen Ausprägungen des Menschenhandels in der Schweiz erörtert und feststellt, dass dieser weit häufiger stattfindet, als es die Strafurteilstatistik vermuten lässt. Obwohl der neuste Trend auf einen Anstieg der Verurteilungen wegen Menschenhandel hindeute, bleibe deren Anzahl mit durchschnittlich fünf Verurteilungen pro Jahr im Zeitraum zwischen 2000 und 2005 niedrig. Die Studie legt dar, dass die meist weiblichen Opfer aufgrund ihres ungeregelten Aufenthalts noch zu oft als Delinquentinnen angesehen werden anstatt als Opfer eines gravierenden Verbrechens. Darüber hinaus zeigt sie, dass Menschenhandel meist von Einzelpersonen und weniger von grossen kriminellen Gruppen betrieben wird.

Regionale Kompetenzzentren gefordert

Das SFM fordert Massnahmen im Bereich Opferschutz. Es mangle vielerorts an spezialisierten Beratungsangeboten und es bestünden Unklarheiten bei der Zuständigkeit für die Finanzierung der Hilfe. Um dem ungenügenden Schutz Abhilfe zu schaffen, empfiehlt das SFM regionale spezialisierte Kompetenzzentren einzurichten.

Weiterführende Informationen

20.11.2007