Keine HIV-Zwangstests für Asylsuchende

Die Idee, generelle Aids-Tests für Asylsuchende einzuführen, ist verworfen worden. Die Bundesämter für Gesundheit (BAG) und Flüchtlinge (BFF) wollen stattdessen in Zukunft die Asylsuchenden an den Empfangsstellen über Aids und die Schutzmassnahmen aufklären.
Die Aidshilfe Schweiz begrüsst in einer Mitteilung den Entscheid der Bundesämter, Asylsuchende nicht systematisch auf HIV zu testen.

Systematische Tests durchzuführen, wie das BAG ursprünglich vorgeschlagen hatte, hätte laut Aidshilfe Schweiz keine präventive Wirkung erzeugt. Ebenfalls gegen die Idee der generellen Aids-Tests für Asylsuchende hatte sich die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) gewehrt, allerdings aus anderen Überlegungen. Auf die Frage, ob die Tests sinnvoll wären, hatte Beat Meiner, Chef der SFH, im «Bund» vom 4. Februar 2004 gesagt:
«Nein, ich finde das sogar sehr problematisch. Damit würde man sich in ein furchtbares ethisches Dilemma hineinmanövrieren. Was soll mit den positiv Getesteten geschehen? Darf man sie trotzdem abweisen und damit allenfalls in den Tod schicken, weil es in ihren Herkunftsländern kaum Aids-Therapien gibt? Nicht von ungefähr hat England, wo das Thema intensiv diskutiert wurde, davon abgesehen.»

 

24.06.2004