Update: 18.10.2007

Multiwatch: Vorwürfe an Nestlé konkretisiert

Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien (ASK) hat Ende September 2007 über weitere Menschenrechtsverletzungen durch den Schweizer Konzern Nestlé in Kolumbien berichtet. ASK protokolliert die Ereignisse seit 2006 detailliert und hat die Erkenntnisse nun in einem Dokument zusammengestellt. Interessierte finden Hinweise auf die jüngsten Ereignisse auch auf der Website von ASK.

An einer Veranstaltung in Bern hat die NGO-Koalition Multiwatch ihre Vorwürfe gegen Nestlé konkretisiert und mit Zeugenaussagen zu belegen versucht. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern agiere in Kolumbien gewerkschaftsfeindlich und verletze Menschenrechte, sind die Organisatoren überzeugt.

«Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, das Hauptsitz vieler einflussreicher multinationaler Konzerne ist. Es ist unsere Aufgabe, Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen, insbesondere in den Ländern des Südens, ernst zu nehmen und den Betroffenen die Möglichkeit zu bieten, ihre Stimmen hier in der Schweiz, vor dem Hauptsitz der Konzerne, hörbar zu machen.» Dies schrieb Multiwatch in einer Medienmitteilung nach der öffentlichen Anhörung von Zeugen aus Kolumbien.

Konkret ging es dabei um Vergehen von Nestlé im Zusammenhang mit der «Vernichtung der Gewerkschaftssektion in der Nestlé-Milchpulverfabrik Cicolac» und um «Todesfälle und Menschenrechtsverletzungen an Gewerkschaftsführern». Gemäss Multiwatch sind die letztgenannten Gewalttaten vermutlich paramilitärischen Gruppen zuzuschreiben. Des Weiteren warfen ehemalige Mitarbeiter/innen dem Konzern vor, abgelaufene Milchprodukte neu verpackt und umetikettiert zu haben.

Nestlé selber hat es unterlassen, an der Veranstaltung zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Gegenüber der Nachrichtenagentur sda wehrte sich der Konzernsprecher, viele der Vorwürfe seien frei erfunden. Der international tätige Konzern sah sich in der Vergangenheit allerdings mehrfach mit Vorwürfen konfrontiert, die der offiziellen Firmenpolitik widersprechen. Dazu gehört etwa auch der Handel mit Trinkwasser in Pakistan.

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