Update: 09.10.2004

Asylsuchende mit Nichteintretensentscheid: «Sleep out» in Basel 

Das «Solidaritätsnetz Region Basel» hat am Freitag/Samstag 17./18. September 2004 auf dem Theaterplatz in Basel ein «Sleep out» veranstaltet. Das «Sleep out» beinhaltete «Nothilfe Essen: Tee und Brot», «Notschlafen» und «Nothilfe Frühstück». Mit der Aktion wollte die UnterstützerInnen-Gruppe auf die haarsträubenden Situationen aufmerksam machen, in die Asylsuchende mit einem Nichteintretensentscheid aufgrund ihres nunmehr illegalen Aufenthaltsstatus getrieben werden. Den Betroffenen werden laut dem Aufruf der Unterstützerinnen absurde Geld- und Gefängnisstrafen aufgebrummt, sie werden zwischen den Kantonen herumgeschoben, in Ausschaffungshaft genommen oder unter Verweigerung der Nothilfe abgewiesen.

Am 25. / 26. September 2004 veranstaltete eine Unterstützer/innen-Gruppe in Bern ebenfalls ein Sleep-out.

Die Mitorganisatorin des «Sleep out» Anni Lanz hat folgenden Bericht zur Aktion verfasst:
«Am Sleep out in Basel vom 17. auf den 18 September 04 haben recht viele Leute teilgenommen. Übernachtet haben schliesslich rund 30 Personen, davon fast die Hälfte Jugendliche. Eine Nacht auf der Strasse ist wirklich sehr mühsam, sehr kalt und feucht, obwohl wir grosses Glück mit dem Wetter hatten. Die meisten von uns konnten unter diesen Bedingungen nur wenige Stunden schlafen, obwohl wir mit Schlafsack und Mätteli ausgerüstet waren. Danke, Martin van Egmond, für die Riesenabfallsäcke, die uns nicht nur vor der Kälte schützten sondern uns auch als Mittel für eine visuelle Aktion dienten.
Es war wichtig, sich auch physisch in Erinnerung zu rufen, wie unangenehm und lange eine Nacht auf der Strasse ist. Bei der nun anbrechenden Kälte ist es ein Horror!
Vor dem Theater standen die beschrifteten Riesenpavatextplatten; wir konnten mit  vielen TheaterbesucherInnen und PassantInnen diskutieren und verteilten Flugis. Es kamen auch mehrere Asylsuchende vorbei, die froh über diese Protestaktion waren. Einige haben ebenfalls dort übernachtet.
Am frühen morgen besuchten uns viele Leute mit Kaffee, Tee und Gipfeli; wir haben die heissen Getränke sehr genossen!
Nach der Morgentoilette am Brunnen haben wir die rund 24 beschrifteten Riesenafeln vom Theater bis zur Kunsthalle am Strassenrand aufgestellt. Sie ergaben einen zusammenhängenden Text.»

Dokumentation

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