Update: 18.03.2014

Frauen in Asylunterkünften – Bericht von Terre des Femmes

Behörden und ihre Leistungserbringer tragen den besonderen Bedürfnissen von weiblichen Flüchtlingen in Kollektivunterkünften nicht immer genügend Rechnung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht von Terre des Femmes (TdF). Er basiert auf Interviews mit Bewohnerinnen und Mitarbeitenden  von neun verschiedenen Zentren in der Deutschschweiz und der Romandie. Diese zeigen unter anderem, dass asylsuchende Frauen in Kollektivunterkünften in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt sind.

Der Bericht veranschaulicht bewährte Praktiken

Geschlechterspezifische Aspekte sollen vermehrt in die Konzepte und Leitlinien von Kollektivunterbringungen einfliessen. Dazu soll der Bericht einen Beitrag leisten, schreibt TdF auf der eigenen Website. «Wir sind überzeugt, dass der Bericht mit den good practices aus besuchten Zentren und seinen Empfehlungen auf operativer Ebene Möglichkeiten aufgezeigt, um problematische Punkte zu verbessern.» 

Die Schweiz agiere hinsichtlich der Unterbringung von Asylsuchenden nicht im rechtsfreien Raum und habe sich an Grundrechte und Verpflichtungen aus internationalen Menschenrechtskonventionen zu halten, ruft TdF in Erinnerung. Die Organisation verweist dabei insbesondere auf die Istanbul-Konvention, die 2013 von der Schweiz unterzeichnet wurde und die Behörden zu einem geschlechtersensiblen Umgang mit asylsuchenden Frauen verpflichtet (Art. 60 Istanbul-Konvention).

Empfehlungen und Forderungen

Der Bericht von Terre des Femmes beleuchtet Unterbringung und Infrastruktur, Alltagsaktivitäten sowie Betreuung und Unterstützung in Kollektivunterkünften für Asylsuchende. Darauf aufbauend formuliert er Empfehlungen auf der operativen Ebene sowie politische Forderungen an die Adresse von Bund, Kantonen und Gemeinden. Zur Verbesserung der Situation tragen demnach etwa eine geschlechtersensible Gestaltung der Infrastruktur bei. Zudem sollten geschlechterspezifische Aspekte in den Betreuungskonzepten und Verhaltenskodexen der Mitarbeitenden berücksichtigt werden. Nicht zuletzt vermögen Leitfäden und spezifische Schulungen der Mitarbeitenden für die Bedürfnisse von Bewohnerinnen in Kollektivunterkünften zu sensiblisieren. 

Dokumentation

Weiterführende Informationen

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