Update: 20.12.2017

Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen

Auf europäischer Ebene ist die Istanbul-Konvention das erste juristisch verpflichtende Instrument zum Schutz von Frauen und Mädchen gegen jede Form der Gewalt, namentlich auch häuslicher Gewalt. Die Istanbul-Konvention präzisiert die Verpflichtungen des Staates, häusliche Gewalt zu bekämpfen und den Opfern adäquaten Schutz zu bieten. Die Konvention definiert  häusliche Gewalt als «alle Handlungen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, die innerhalb der Familie oder des Haushalts oder zwischen früheren oder derzeitigen Eheleuten oder Partnerinnen beziehungsweise Partnern vorkommen, unabhängig davon, ob der Täter beziehungsweise die Täterin denselben Wohnsitz wie das Opfer hat oder hatte» (Art 3 lit. b). In Art. 2 Abs. 2 der Konvention werden die Vertragsstaaten explizit dazu ermutigt, das Übereinkommen auf alle Opfer häuslicher Gewalt anzuwenden, d.h. auch auf Knaben und Männer. Die Istanbul-Konvention hält in Art. 3 lit. a explizit fest, dass häusliche Gewalt als Menschenrechtsverletzung verstanden werden muss.

Die mit der Konvention angestrebte Harmonisierung trägt zur Verbesserung in der Zusammenarbeit und der Verbreitung von bewährten Konzepten und Vorgehensweisen bei.

Die Schweiz hat die Istanbul-Konvention mit Datum vom 14. Dezember 2017 ratifiziert. 

Expertengruppe GREVIO

Zur Überwachung der Umsetzung der Istanbul-Konvention in den Mitgliedstaaten ist die sogenannte «GREVIO» (Group of Experts on Action against Violence against Women and Domestic Violence), eine Gruppe von Expertinnen, bestehend aus 10 Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichsten fachlichen Disziplinen, zuständig (Art. 66 Istanbul-Konvention).

Als Instrument zur Überwachung der Umsetzung der Konvention dient der GREVIO ein standardisierter Fragebogen, der laufend angepasst wird. Dies ermöglicht eine ländervergleichende Evaluation.

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