Menschenrechtsbildung für Sprach- und Integrationskurse: Ergebnisse eines Pilotprojekts

Humanrights.ch / MERS hat ein Pilotprojekt «Menschenrechtsbildung in Sprach- und Integrationskursen» durchgeführt. Ziel war es zu überprüfen, ob und wie sich Menschenrechtsbildung als integrationsförderndes Instrument in Sprach- und Integrationskursen einsetzen lässt und welche Schlüsselkompetenzen bei Kursleitenden in diesem Zusammenhang gefragt sind. Die Ergebnisse der Evaluation sind positiv ausgefallen.

Neue Wege zur Wertevermittlung

Das Ziel der Integration von Zugewanderten ist laut der Integrationsverordnung des Bundes das Zusammenleben «auf der Grundlage der Werte der Bundesverfassung und der gegenseitigen Achtung und Toleranz». Die heutige breite Zustimmung zu dieser Zielsetzung steht in einem Kontrast zu den spärlich vorhandenen didaktischen Mitteln, um dieses Ziel zu erreichen. Ein Pilotprojekt ging neue Wege und erprobte die Menschenrechtsbildung als eine Methode, die Wertevermittlung in Sprach- und Integrationskursen ermöglicht.

Das Pilotprojekt wurde vom Verein Humanrights.ch/MERS und dem Verband der Schweizerischen Volkshochschulen (VSV) zwischen September 2008 und August 2009 durchgeführt und finanziell unterstützt durch den Integrationskredit des Bundes im Rahmen von Modellvorhaben der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM) sowie durch private Stiftungen.

Weiterbildung und didaktische Materialien

Zu den Projektarbeiten gehörte die Planung und Durchführung einer dreitägigen Weiterbildung für Kursleitende von Deutsch- und Integrationskursen und die Entwicklung von didaktischen Menschenrechtsbildungsmaterialien zu den Themen a) Rassismus, Meinungsäusserungs- und Religionsfreiheit, b) Geschlechterrollen, Gleichberechtigung und häusliche Gewalt sowie  c) soziale Rechte und Pflichten.

Die drei Themendossiers können unten als pdf-Dokumente heruntergeladen oder als gedruckte Exemplare zu einem Unkostenbeitrag bei Humanrights.ch/MERS unter info@humanrights.ch bestellt werden.

Resultate in Kürze

Das Fazit stimmt zuversichtlich. Es wurden ein praxistaugliches Weiterbildungskonzept und dazugehörige didaktische Materialien erarbeitet und es hat sich gezeigt, dass die neuen Ressourcen von einigen Sprachkursleitenden bereits in der Sprachkurspraxis angewandt wurden.

Sprachkursanbieter-Institutionen können einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des Integrationsprozesses von Zugewanderten leisten, indem sie in ihren Lehrplänen und Weiterbildungsangeboten ausreichende zeitliche Fenster für Wertevermittlung im Sinne der Menschenrechtsbildung einräumen.

Der Kurzbericht (vgl. Link unten) gibt einen Überblick über die Projektarbeiten und die Resultate. Interessierte können den vollständigen Schlussbericht ab Ende September 2009 bei Humanrights.ch/MERS anfordern.

Dokumentation