«Polis»-Magazin zum Thema Menschenrechtsbildung

Die neue Ausgabe von «Polis - Das Magazin für politische Bildung» der Fachhochschule Nordwestschweiz ist dem Thema «Menschenrechtsbildung - Bildung und Menschenrechte» gewidmet. Das professionell gestaltete Heft gibt einen gelungenen Querschnitt durch einige thematische Felder der Menschenrechtsbildung.

Einblicke in die Praxis

Zum einen gibt das Heft Einblicke in die Praxis, sowohl der Entwicklungszusammenarbeit und des interkulturellen Austauschs wie auch der Integration von Menschenrechtsbildung in den Schulbetrieb und der Projektfinanzierung für Berufsschulen und Gymnasien.

Reflektierende Beiträge

Zum andern finden sich im Polis-Magazin einige reflektierende Beiträge zur Theorie und Didaktik der Menschenrechtsbildung. So zeigt K. Peter Fritzsche in seinem Beitrag «Menschenrechtsbildung als politische Bildung», dass die Menschenrechte ausser der moralischen und der rechtlichen auch eine genuin politische Dimension aufweisen. Fritzsche benennt zehn Aspekte dieser politischen Dimension auf präzise und prägnante Weise. Am Schluss leuchtet ein, dass Bildungsarbeit zum Thema Menschenrechte per se immer auch politische Bildung sein muss.

Der Beitrag zur Bedeutung der Kinderrechte von Peter Jakoubek vermag den Blick dank einer grossen Praxiserfahrung auf einige sowohl politisch wie auch juristisch bedeutsame Aspekte der Kinderrechte für den schweizerischen Kontext zu lenken.

Angewandte Menschenrechtsbildung

Als angewandte Menschenrechtsbildung liest sich der Artikel von Nationalrat Andreas Gross, der das spezifisch schweizerischen Dilemma zwischen direkter Demokratie und Menschenrechten mittels einer gekonnten und gut nachvollziehbaren historischen Herleitung auf eine neuartige Weise verstehbar macht.

Dass interdisziplinär ausgerichtete Menschenrechtsbildung manchmal Gefahr läuft zu scheitern, weil die Verknüpfung einer Fachfrage mit der Menschenrechtsthematik nicht immer gelingt, zeigt unfreiwillig der Beitrag «Wenn Dr. Frankenstein Recht bekommt». Dabei hat der philosophische Zugang durchaus eine wichtige Bedeutung für ein besseres Verständnis der Menschenrechte.

Paradebeispiel für die philosophische Menschenrechtsdiskussion ist die Auseinandersetzung um Universalismus und Relativismus. In seinem Beitrag zu diesem Thema rührt Alex Sutter an einigen Denkgewohnheiten, um der Auseinandersetzung sowohl einen didaktischen Dreh wie auch unkonventionelle Impulse zu geben.