Update: 11.10.2007

Profitieren Schweizer Banken finanziell vom Massaker in Darfur?

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die Schweizer Banken auf, ihre Investitionen im Sudan zu überdenken. Die dort tätigen Ölfirmen, mit denen die Schweizer Finanzinstitute zusammenarbeiten, finanzierten durch ihre Geschäfte mit der sudanesischen Regierung den Völkermord in Darfur mit, schreibt GfbV in einer Medienmitteilung. Derweil sprach sich GfbV-Präsidentin Ruth-Gaby Vermot-Mangold im Europarat dafür aus, dass die Schweiz und andere Mitglieder ihre Guten Dienste anbieten sollten.

Ölhandel finanziert Waffen 

Der Rückzug von Investitionen aus den im Sudan tätigen Ölfirmen ist laut GfbV dringend notwendig, da 90 Prozent der sudanesischen Exporteinnahmen direkt oder indirekt aus dem Ölhandel stammen und die Mehrheit dieser Einnahmen für Militärzwecke ausgegeben wird. GfbV schreibt weiter: «Bei der Abwicklung des lukrativen Ölhandels ist der Sudan grösstenteils von ausländischen Firmen abhängig, da das Land weder genügend Kapital noch Knowhow besitzt, um seine Ölvorkommen selbst zu fördern. Dominiert wird die Ölindustrie im Sudan von folgenden vier ausländischen Firmen: China National Petroleum Corporation (China), Petronas (Malaysia), Oil and Natural Gas Corporation (Indien) und Sinopec (China). Gerade im Fall der Volksrepublik China – von der die meisten der in Darfur eingesetzten Waffen stammen – ergibt sich eine fatale Verknüpfung von Waffen- und Ölgeschäften. »

Die Kampagne, die von der GfbV anfang Oktober in Bern lanciert wurde, geht zurück auf eine Initiative von Genocide Intervention Network, welches in den USA bereits grössere Erfolge verbuchen konnte.

Vermittlung zwischen den Konfliktparteien notwendig 

Ebenfalls Anfang Oktober hat im übrigen der Europarat den Bericht der Schweizer Berichterstatterin Ruth-Gaby Vermot-Mangold zur humanitären Krise in Darfur einstimmig genehmigt und dazu eine Resolution verabschiedet. Bei dieser Gelegenheit sagte Vermot-Mangold, nicht nur Friedenssoldaten und Wirtschaftssanktionen seien zur Lösung des Konflikts in Darfur nötig. Es brauche auch Mediation. Die Schweiz solle deshalb ihre Erfahrung einsetzen und vor Ort vermitteln, sagte Vermot-Mangold.

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