Update: 25.05.2018

Frauen auf dem Arbeitsmarkt / in der Ausbildung - ausgewählte Empfehlungen an die Schweiz

Im Folgenden haben wir einige Fundstellen zum Thema ausgewählt. Am Schluss der Originalzitate findet sich jeweils die Quellenangabe mit einem Link auf den Volltext, dem die Fundstelle entstammt.

Universal Periodic Review (UPR)

Massnahmen gegen Geschlechterungleichheit im Erwerbsleben, insbes. Lohnungleichheit und Vertretung in Führungspositionen

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«Massnahmen zur Erhöhung der Frauenvertretung einschliesslich befristeter Spezialmassnahmen treffen (Nowegen); vorübergehende Spezialmassnahmen zur Erhöhung der Partizipation der Frauen in allen Bereichen treffen (Jordanien).»

Ausschuss gegen die Diskriminierung der Frau CEDAW

«Der Ausschuss fordert den Vertragsstaat nachdrücklich auf, sich verstärkt darum zu bemühen, die Chancengleichheit von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt sicherzustellen, beispielsweise durch den Einsatz zeitweiliger Sondermassnahmen mit befristeten Zielen nach Artikel 4 Absatz 1 des Übereinkommens und nach der allgemeinen Empfehlung 25 des Ausschusses. Der Ausschuss empfiehlt dem Vertragsstaat, auch weiterhin proaktive und konkrete Massnahmen zu ergreifen, um sowohl die horizontale als auch die vertikale Segregation in der Arbeitswelt zu beseitigen, unter anderem durch Bildung, Ausbildung und Umschulung sowie wirksame Durchsetzungmechanismen. Er empfiehlt dem Vertragsstaat zudem, auch weiterhin an der Entwicklung von Arbeitsplatzbewertungsystemen zu arbeiten, mit dem Ziel die Lohndifferenz zu verringern und schliesslich aufzuheben. Des Weiteren fordert der Ausschuss den Vertragsstaat nachdrücklich auf, mehr Möglichkeit für Frauen zu schaffen, eine Vollzeitbeschäftigung zu finden. Der Ausschuss empfiehlt dem Vertragsstaat, seine Bemühungen um die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Pflichten und um die Förderung einer partnerschaftlichen Aufteilung der Haus- und Familienarbeit zwischen Frauen und Männern fortzusetzen, indem er unter anderem mehr Kindertagesstätten bereitstellt und einen bezahlten Vaterschaftsurlaub einführt. Der Ausschuss ermutigt den Vertragsstaat auch, die geplante Steuerreform bald durchzuführen, um die Belastung von Ehepaaren mit zwei Einkommen zu verringern, und gegebenenfalls in seinem nächsten periodischen Bericht über Fortschritte und Ergebnisse zu berichten.»

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«Der Ausschuss ermutigt den Vertragsstaat, Massnahmen zu entwickeln, die auf eine Diversifizierung der akademischen und beruflichen Wahlmöglichkeiten von Frauen abzielen, beispielsweise durch Bewusstseinsbildung, Schulungen und Beratung. Der Ausschuss ermutigt den Vertragsstaat auch, die berufliche Laufbahn von Frauen im Bildungssystem zu beobachten um sicherzustellen, dass Frauen gleichen Zugang zu Bildung haben und nicht durch versteckte oder indirekte Diskriminierung behindert werden.» 

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«Angesichts der prekären Situation von Cabarettänzerinnen ermutigt der Ausschuss den Vertragsstaat, die für sie geltenden Visabestimmungen und anderen Vorschriften auch weiterhin regelmässig zu überprüfen und die Einführung von Bestimmungen zu erwägen, die Frauen den Wechsel in andere Beschäftigungen erlauben würden.» 

Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte CESCR

«Der Ausschuss empfiehlt dem Vertragsstaat, dass er freiwillige Massnahmen zur Reduzierung der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor intensiviert und den Grundsatz “gleicher Lohn für gleiche Arbeit” konsequent umsetzt. Des Weiteren empfiehlt der Ausschuss dem Vertragsstaat, dass er das Gleichstellungsgesetz durch vielfältigere und kreativere Initiativen sowie durch proaktive Strategien weiter fördert, einschliesslich durch die Einführung von Quoten und breit angelegte Medienkampagnen, sofern erforderlich unter Verwendung bezahlter Werbung, und dass er Auszeichnungen zur Anerkennung besonderer Leistungen verleiht, welche die Beiträge von Frauen zur Gesellschaft und Wirtschaft hervorheben.» 

Menschenrechtsausschuss / Human Rights Committee CCPR

«Der Ausschuss empfiehlt, dass die Behörden Massnahmen ergreifen, um die Diskriminierung der Frauen in der Praxis zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang betont der Ausschuss nachdrücklich die Wichtigkeit von Bildungskampagnen, um das Bewusstsein über das Problem der Diskriminierung zu entwickeln. Der Ausschuss empfiehlt, dass alle möglichen Massnahmen getroffen werden, besonders auf der Ebene der sozialen Einrichtungen, um den Frauen die Möglichkeit der Arbeit ausser Haus zu erleichtern. Der Ausschuss empfiehlt ebenfalls, dass die Behörden grössere Anstrengungen unternehmen, um die bestehenden Verfassungs- und Gesetzesbestimmungen über das Prinzip des gleichen Lohns für gleichwertige Arbeit insbesondere im Privatsektor durchzusetzen.» (eigene Übersetzung)

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