Update: 01.04.2014

Islamische Menschenrechtserklärungen

Die islamischen Menschenrechtserklärungen entstanden vornehmlich aus der Kritik muslimischer Organisationen an der Allgemeingültigkeit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von 1948. Die Gegenentwürfe basieren denn auch auf der AEMR und den in den UNO-Konventionen enthaltenen Menschenrechten, weichen in einzelnen Punkten aber von diesen ab. Insbesondere sehen die islamischen Menschenrechtserklärungen einen Vorrang des islamischen Rechts vor und räumen Kollektivrechten einen höheren Stellenwert ein.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam (19. September 1981)

Der Islamrat für Europa, eine private Institution mit Sitz in London, verabschiedete 1981 die «Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam».

Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam KEMR (5. August 1990)

Die Organisation der Islamischen Konferenz (Organization of the Islamic Conference OIC), ein Zusammenschluss von 57 muslimisch geprägten Staaten, verabschiedete 1990 diese zwischenstaatliche Menschenrechtserklärung. Die KEMR ist allerdings völkerrechtlich nicht bindend und sie wird von der UNO auch nicht als regionales Menschenrechtsinstrument anerkannt.

In der Kairoer Erklärung werden die Rechte und Freiheiten der Scharia unterstellt, welche als «einzig zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels» dient (Art. 25). Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte hat eine weitgehend symbolische und indirekt menschenrechtspolitische Bedeutung. Auf dieser Ebene markiert sie einen islamischen Gegenentwurf zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Arabische Charta der Menschenrechte (15. September 1994)

Von der UNO als regionales Menschenrechtsinstrument anerkannt, aber in der Praxis  weitgehend bedeutungslos ist die «Arabische Charta der Menschenrechte», welche im Gegensatz zur KEMR nicht auf einem religiösen Fundament aufbaut.

Weiterführende Informationen

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