Update: 27.08.2018

Länderinformation: Menschenrechte in der Elfenbeinküste

Hier finden Sie eine Kurzinformation zur Menschenrechtssituation im Land sowie eine Reihe von erstklassigen Suchhilfen für eigene Recherchen. Die nachstehenden Informationen vermitteln einen ersten Überblick über wichtige Menschenrechtsprobleme in der Elfenbeinküste; sie erheben keinen Anspruch auf Genauigkeit oder Vollständigkeit.

Kurzinformation zur Menschenrechtslage

Dank einem wirtschaftlichen Aufschwung kann die Elfenbeinküste leichte Fortschritte im Bereich der Rechtsstaatlichkeit sowie in den wirtschaftlichen und sozialen Rechten vorweisen. Trotzdem sind Menschenrechtsverletzungen weiterhin weit verbreitet. 2017 beendete die Operation der Vereinten Nationen in Côte d’Ivoire (UNOCI) nach dreizehn Jahren ihre Mission.

2016 stimmte die Elfenbeinküste einer neuen Verfassung zu. Im Vorfeld kam es zu einigen Einschränkungen der Versammlungs- und Meinungsäusserungsfreiheit.

Die Aufarbeiten der massiven Menschenrechtsverletzungen nach den Präsidentschaftswahlen von 2010 gehen nur schleppend voran. Die Elfenbeinküste lieferte den abgewählten Präsident Laurent Gbagbo und einen weiteren mutmasslichen Kriegsverbrecher, Charles Blé Goudé, an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag aus. Der Prozess gegen Laurent Gbagbo und Charles Blé Goudé läuft seit 2016. Ansonsten läuft die Aufarbeitung nur schleppend. Ende März 2017 sprach das Schwurgericht Abidjan die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten, Simone Gbagbo, von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen frei. Viele Vertriebene können nicht zu ihrem ehemaligen Grundstück zurückkehren, weil andere Personen das Land jetzt für sich beanspruchen. Dieser Länderkonflikt führt zu grossen Spannungen.

Mit dem Ende der Regierungskrise 2011 hat sich die Sicherheitssituation etwas beruhigt. Zu den grössten Menschenrechtsproblemen gehören aber weiterhin die zahlreichen willkürlichen Verhaftungen sowie aussergerichtliche Tötungen und Folter durch Militär- und Sicherheitskräfte. Ein 2015 verabschiedetes Antiterrorgesetz ermöglicht es, Verdächtige bis zu acht Tage in Gewahrsam zu nehmen. Die Haftbedingungen sind äusserst schlecht. Die Justiz leidet unter Korruption und mangelnder Unabhängigkeit. Die Regierung hat die Versammlungs- und Pressefreiheit eingeschränkt. Ein zunehmendes Problem sind auch die Grosskonzerne, welche mit gesundheitsschädigenden Chemikalien operieren. Die nachlässige Entsorgung dieser Chemikalien hat bereits zu mehrern Todesopfern geführt.

Frauen und Kinder sind Diskriminierungen, sexuellen Übergriffen und Gewalt ausgesetzt; weibliche Genitalbeschneidungen werden durchgeführt. Es wird von Fällen von Kinder- und Zwangsarbeit berichtet. Ethnische Minderheiten, LGBTI-Personen sowie Menschen mit Behinderungen und HIV-Erkrankte werden gesellschaftlich häufig diskriminiert.

(Stand vom August 2018. Quellen: Amnesty International, Human Rights Watch, US State Dep.)

Die besten Links für Recherchen

Sammlungen von Länderberichten zu Elfenbeinküste

Länderberichte von einzelnen Organisationen oder Institutionen

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Sonstiges

  • Elfenbeinküste beim ICC
    Informationen des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag zur Elfenbeinküste
  • Reisehinweis Elfenbeinküste
    Informationen auf der Website des Schweizer Aussendepartementes (EDA), in Deutsch
  • Elfenbeinküste bei fairunterwegs
    Unabhängiges, nicht gewinnorientiertes Reiseportal, ohne Reisewerbung dafür mit einem Fokus auf konkrete Handlungsmöglichkeiten für einen fairen Umgang mit Mensch und Natur auf Reisen.

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