Update: 27.08.2018

Länderinformation: Menschenrechte in den Philippinen

Hier finden Sie eine Kurzinformation zur Menschenrechtssituation im Land sowie eine Reihe von erstklassigen Suchhilfen für eigene Recherchen. Die nachstehenden Informationen vermitteln einen ersten Überblick über wichtige Menschenrechtsprobleme in den Philippinen; sie erheben keinen Anspruch auf Genauigkeit oder Vollständigkeit.

Kurzinformation zur Menschenrechtslage

Seit der Wahl des neuen Präsidenten Rodrigo Duterte im Mai 2016 haben sich die Menschenrechtsprobleme in den Philippinen massiv verschärft. 2017 kam es zu Tausenden von rechtswidrigen Tötungen von Kleinkriminellen und Verdächtigen durch Polizisten und andere Personen im Rahmen einer Kampagne gegen Drogen. Zudem geht die Polizei vermehrt mit unverhältnismässiger Gewalt gegen Demonstrierende vor. Immer wieder begehen unbekannte Täter/-innen und mutmassliche Milizen Morde an Journalisten/-innen, Richtern/-innen, Rechtsanwälten/-innen und Angehörigen von indigenen Gemeinschaften. Bei Menschenrechtsverletzungen herrscht ein Klima der Straflosigkeit. Machtmissbrauch und Korruption sind entsprechend weit verbreitet. In den Südphilippinen schwelt immer noch ein bewaffneter Konflikt mit separatistischen islamischen Gruppen, im Mai 2017 verhängte Präsident Duterte das Kriegsrecht über die Insel Mindanao.

Immer wieder kommt es zu Folter von Häftlingen durch Sicherheitskräfte und die Polizei. Im Jahr 2016 wurde zum ersten Mal ein Polizist auf Grundlage des Antifoltergesetzes wegen Folter schuldig gesprochen. Viele andere Folteropfer warten aber weiterhin darauf, dass man ihre Folterer zur Verantwortung zieht. Auch sind mehrere Fälle des Verschwindenlassens bekannt. Trotz eines Gesetzes gegen das Verschwindenlassen wurde noch kein Schuldspruch auf der Grundlage dieses Gesetzes erlassen. Im März 2017 stimmte das Repräsentantenhaus einem Gesetzentwurf zur Wiedereinführung der Todesstrafe zu, im Senat stiess der Entwurf jedoch auf Kritik.

Frauen, LGBTI-Menschen, Personen mit Behinderungen und Angehörige einiger indigener Gruppen werden diskriminiert. Die sexuellen und reproduktiven Rechte der Frauen sind stark eingeschränkt. Es wird von sexueller Ausbeutung von Kindern, Kinderarbeit und Menschenhandel berichtet. Der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte kritisierte die Philippinen zudem, weil die Reglungen zum Mindestlohn nicht eingehalten werden.

(Stand vom August 2018. Quellen: Amnesty International, Human Rights Watch, US State Dep.))

Die besten Links für Recherchen

Sammlungen von Länderberichten zu Philippinen

  • Philippinen auf ecoi.net
    Gesammelte Berichte in Deutsch oder Englisch von diversen Quellen zur Menschenrechtslage im Land, mit Link zu Länderkurzinfos.
  • Philippinen auf unhcr.org
    Gesammelte Berichte in Englisch von diversen Quellen zur Menschenrechtslage im Land

Länderberichte von einzelnen Organisationen oder Institutionen

Ratings / Ranglisten / Indexe

  • Philippinen bei Reporter ohne Grenzen
    Die Philippinen belegen Rang 133 von 180 in der Rangliste der Pressefreiheit 2018. Für Meldungen zur Pressefreiheit auf den Philippinen siehe die verlinkte Website in Deutsch.
  • Philippinen bei Transparency International
    Resultatübersicht der aktuellsten Erhebungen zur Korruption auf den Philippinen, Informationen in Englisch. 
  • Philippinen im Human Development Index
    Philippinen belegt Rang 116 im Entwicklungsindex 2016, der vom UNO-Entwicklungsprogramm publiziert wird, Informationen in Englisch.
  • Philippinen im Rule of Law Index
    Die Philippinen belegen im Jahre 2018 Rang 99 (von 113) in der Sparte «Fundamental Rights». Für weitere Faktoren der Rechtsstaatlichkeit in den Philippinen vgl. die verlinkte Website (Informationen in Englisch).

Sonstiges

  • Commission on Human Rights of the Philippines
    Website der nationalen Menschenrechtsinstitution der Philippinen in Englisch. Die Institution ist von der UNO akkreditiert und trägt den A-Status.
  • Reisehinweis Philippinen
    Informationen auf der Website des Schweizer Aussendepartementes (EDA), in Deutsch
  • Philippinen bei fairunterwegs
    Unabhängiges, nicht gewinnorientiertes Reiseportal, ohne Reisewerbung dafür mit einem Fokus auf konkrete Handlungsmöglichkeiten für einen fairen Umgang mit Mensch und Natur auf Reisen.

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