Update: 27.08.2018

Länderinformation: Menschenrechte in Eritrea

Hier finden Sie eine Kurzinformation zur Menschenrechtssituation im Land sowie eine Reihe von erstklassigen Suchhilfen für eigene Recherchen. Die nachstehenden Informationen vermitteln einen ersten Überblick über wichtige Menschenrechtsprobleme in Eritrea; sie erheben keinen Anspruch auf Genauigkeit oder Vollständigkeit.

Kurzinformation zur Menschenrechtslage

Am 9. Juli 2018 unterzeichneten Eritreas Präsident Isaias Afwerki und der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed eine Erklärung für «eine neue Ära des Friedens und der Freundschaft». Seither haben die beiden Länder diplomatische Beziehungen aufgenommen. Doch hat sich die Menschenrechtssituation innerhalb von Eritrea in keiner Weise verbessert. Trotzdem wählte die UNO-Generalversammlung Eritrea für die Periode 2019 bis 2010 in den UNO-Menschenrechtsrat.

In der Schweiz entschied das Bundesverwaltungsgericht am 10. Juli 2018, dass abgewiesene eritreische Asylsuchende auch dann nach Eritrea ausgewiesen werden können, wenn ihnen bei der Rückkehr die Einberufung in den Nationaldienst droht. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig und zumutbar. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts steht in Widerspruch zu einem Bericht des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO) von 2017, gemäss dem nach Eritrea zurückgeschaffte Personen Haft in unmenschlichen Bedingungen, Zwangsarbeit und Folter ausgesetzt sind.

In Eritrea sind Tausende Gefangene willkürlich und unter lebensbedrohlichen Umständen ohne Anklage inhaftiert. Darunter regierungskritische Personen, Journalisten/-innen und Angehörige von religiösen Minderheiten, die von der Regierung nicht anerkannt werden. Die Regierung zwingt Männer und Frauen, darunter auch Minderjährige, zum obligatorischen Nationaldienst/Militärdienst, der oft auf eine unbestimmte, mehrjährige Dauer ausgedehnt wird und den Charakter von Zwangsarbeit hat. Es gibt glaubwürdige Berichte, dass Deserteure und Militärdienstverweigerer gefoltert und geschlagen werden. Oppositionsparteien und zivilgesellschaftliche Organisationen werden nicht zugelassen; eine unabhängige Presse existiert nicht. Wahlen haben seit 1993 nicht mehr stattgefunden und die bis 1997 ausgearbeitete Verfassung ist nie in Kraft getreten.

Weitere gravierende Menschenrechtsverletzungen im Land betreffen aussergerichtliche Tötungen, Verschwindenlassen und Folter durch Sicherheitskräfte. Die Versammlungs-, Vereinigungs- und Religionsfreiheit sind eingeschränkt und die Bewegungs- und Reisefreiheit beeinträchtigt. Frauen sind von Genitalverstümmelung und häuslicher Gewalt betroffen. Zudem kam es zu Menschenhandel, Zwangs- und Kinderarbeit. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind verboten.

Aufgrund dieser Missstände sind jährlich Tausende Menschen geflüchtet, darunter viele unbegleitete Minderjährige, über das Mittelmeer nach Europa. Dabei sind sie kriminellen Erpresser-Gruppen und Schleusern ausgesetzt. Es gibt Berichte, dass unter den Schleusern auch höhere eritreische Militärangehörige sind. Nicht selten endet die Reise tödlich.

(Stand vom Oktober 2019. Quellen: Human Rights Watch, US State Dep., Amnesty International)

Die besten Links für Recherchen

Sammlungen von Länderberichten zu Eritrea

  • Eritrea auf ecoi.net
    Gesammelte Berichte in Deutsch oder Englisch von diversen Quellen zur Menschenrechtslage im Land, mit Link zu Länderkurzinfos.
  • Eritrea auf unhcr.org
    Gesammelte Berichte in Englisch von diversen Quellen zur Menschenrechtslage im Land

Länderberichte von einzelnen Organisationen oder Institutionen

Ratings / Ranglisten / Indexe

Sonstiges

© humanrights.ch / MERS - Hallerstr. 23 - CH-3012 Bern - Tel. +41 31 302 01 61