Update: 29.08.2017

Länderinformation: Menschenrechte in Marokko

Hier finden Sie eine Kurzinformation zur Menschenrechtssituation im Land sowie eine Reihe von erstklassigen Suchhilfen für eigene Recherchen.

Kurzinformation zur Menschenrechtslage

Die nachstehenden Informationen vermitteln einen ersten Überblick über wichtige Menschenrechtsprobleme in Marokko; sie erheben keinen Anspruch auf Genauigkeit oder Vollständigkeit.

Die Religions-, Meinungsäusserungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sind in Marokko eingeschränkt. Die Pressefreiheit wurde 2016 etwas gelockert, jedoch nicht für Personen, welche den Islam, die Königsfamilie oder die „territoriale Einheit“ Marokkos (im Bezug auf die West-Sahara) kritisieren.

Menschenrechtsaktivisten/-innen und Journalisten/-innen werden in ihrer Arbeit manchmal behindert und willkürlich verhaftet. Ausländische Nachrichtensender erhalten oft keine Filmerlaubnis. Gewissen NGO’s und Parteien wird die Registrierung verweigert. Seit 2015 wird Human Rights Watch und Amnesty International nach 25 Jahren Präsenz der Zugang vor Ort verweigert. Proteste werden teilweise gewaltsam unterdrückt. Die Haftbedingungen sind schlecht und es gibt Berichte von Folter und Misshandlungen durch die Polizei und die Sicherheitskräfte. Die Gerichtsverfahren sind oft nicht fair. Personen, die sich einer terroristischen Gruppe anschliessen, können mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft werden. Migranten/-innen, Flüchtlinge und Asylsuchende leiden unter Gewalt. NGOs wurde der Zugang zu Flüchtlingen an der Landesgrenze verweigert. Ländliche Bergregionen werden immer noch vernachlässigt: eine Mehrheit der Bevölkerung hat unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung, was grosse Teile der Amazigh-Bevölkerung (Berbergruppen) betrifft. Trotz der offiziellen Anerkennung der Sprache der Amazigh 2011 fühlen sich Teile der Bevölkerung diskriminiert. 30% der Schulen unterrichten seither die Sprache der Amazigh, kämpfen jedoch mit Lehrpersonenmangel. Frauen werden durch Gesetze und in der Gesellschaft diskriminiert. Gerichte verurteilen nach wie vor Personen wegen homosexueller Handlungen. Vergewaltigungsopfer sind unzureichend geschützt und können selbst wegen Unzüchtigkeit angeklagt werden. Sexuelle Belästigung ist nur strafbar, wenn sie von einem Vorgesetzten ausgeübt wird. Es wird von Fällen von Kinder- und Zwangsarbeit berichtet, die Dunkelziffer als sehr hoch eingeschätzt. Die Todesstrafe wird ausgesprochen, wenn auch seit den 1990er Jahren nicht mehr praktiziert.

(Stand vom Juli 2017. Quellen: US State Dep., Amnesty International, Human Rights Watch)

Die besten Links für Recherchen

Sammlungen von Länderberichten zu Marokko

  • Marokko auf ecoi.net
    Gesammelte Berichte in Deutsch oder Englisch von diversen Quellen zur Menschenrechtslage im Land, mit Link zu Länderkurzinfos.
  • Marokko auf unhcr.org
    Gesammelte Berichte in Englisch von diversen Quellen zur Menschenrechtslage im Land

Länderberichte von einzelnen Organisationen oder Institutionen

Ratings / Ranglisten / Indexe

  • Marokko bei Reporter ohne Grenzen
    Marokko belegt Rang 133 von 180 in der Rangliste der Pressefreiheit 2017. Für Meldungen zur Pressefreiheit in Marokko siehe die verlinkte Website, in Deutsch.
  • Marokko im Human Development Index
    Marokko belegt Rang 123 im Entwicklungsindex 2016, der jährlich vom UNO-Entwicklungsprogramm publiziert wird, Informationen in Englisch.
  • Marokko im Rule of Law Index
    Marokko belegt im Jahre 2016 Rang 91 (von 113) in der Sparte «Fundamental Rights». Für weitere Faktoren der Rechtsstaatlichkeit in Marokko vgl. die verlinkte Website (Informationen in Englisch).

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