Der Hinrichtung von Jugendlichen ein Ende setzen 

Amnesty International (AI) lancierte Anfang 2004 eine zweijährige Kampagne mit dem Ziel, dass die Hinrichtung von jugendlichen StraftäterInnen bis Ende 2005 auf der ganzen Welt der Vergangenheit angehört. Anstoss zu dieser Kampagne gab der Bericht „Stop Child Executions“ von AI. Dieser dokumentiert, dass in den vergangenen 14 Jahren weltweit 34 StraftäterInnen hingerichtet wurden, obwohl sie zur Tatzeit unter 18 Jahren waren. Acht Länder sind es, die solche Hinrichtungen durchgeführt haben: Die USA, China, die Demokratische Republik Kongo, der Iran, Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien und Jemen.
Zitat aus der Medienmitteilung vom 1. Januar 2004:
„Die USA behaupten von sich immer wieder, sie seien ein Vorbild, was die Einhaltung der Menschenrechte angeht. Trotzdem haben 13 von 19 Hinrichtungen von jugendlichen StraftäterInnen, die seit 1998 dokumentiert sind, in den USA stattgefunden. Die USA sind in dieser Frage heute das rückständigste Land der Welt.“ 

Kampagne in den USA erfolgreich

Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten hat sich am 1. März 2005 gegen Todesstrafe für Jugendliche ausgesprochen. Damit können Verurteilte, die zum Zeitpunkt ihrer Tat noch nicht volljährig waren, künftig nicht mehr hingerichtet werden. Begründet wird dieses Urteil mit dem Argument, dass die Hinrichtung von minderjährigen Straftätern gegen das verfassungsrechtliche Verbot von "grausamen und unüblichen Strafen" verstosse.

09.03.2005